Schließung nach 210 Jahren

Acht Prozent Mieterhöhung – Apotheker gibt auf Silvia Meixner, 02.12.2018 11:05 Uhr

Berlin - Die Marien Apotheke im bayerischen Eichstätt muss zum Ende des Jahres zusperren. Apotheker Martin Regensburger schließt sich damit, wie er sagt, „einem deutschlandweiten Trend“ an: Immer mehr kleine, ertragsschwache Apotheken sehen keine Zukunft mehr.

Seit dem Frühjahr liegt das bedrückende Wort „Schließung“ über dem vor 210 Jahren gegründeten Unternehmen. „Da haben die Vermieter und ehemaligen Betreiber die Miete um acht Prozent angehoben“, erzählt Regensburger. Versuche, mit ihnen darüber zu reden, scheiterten. „Ich suchte das Gespräch mit den Vermietern, da die Marien Apotheke in den letzten Jahren schon negative Ergebnisse eingefahren hatte. Ich bat darum, die Miete auf ein niedrigeres, realistisches Niveau zu senken und wollte im Gegenzug eine Weiterführung garantieren.“

Da die Vermieter vom Fach sind, erhoffte sich der Apotheker Verständnis für seine Lage. Fehlanzeige. „Sie konnten oder wollten nicht akzeptieren, dass sich in die wirtschaftliche Lage in den letzten zwölf Jahren dermaßen verändert hat.“

So blieb Regensburger nur die unternehmerische Notbremse. Seine Mitarbeiter informierte er rund drei Monate vorher, intern wurde Stillschweigen vereinbart. Zu den Mietproblemen kam erschwerend hinzu, dass einige Arztpraxen in den vergangenen Jahren ihren Standort geschlossen oder verlegt haben. „Eine große internistische Praxis, ein Urologe, ein Allgemeinarzt und ein Kieferorthopäde haben ihre Standorte verlagert, ein Allgemeinarzt und ein Internist haben ihre Praxen geschlossen.“

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