EU-Leitlinie Neurodermitis

„Emollienzien plus“ als Basistherapie empfohlen APOTHEKE ADHOC, 19.10.2018 11:47 Uhr

Berlin - Die atopische Dermatitis ist eine chronische Erkrankung, von der 15 bis 30 Prozent aller Kinder in Industrieländern betroffen sind. In 85 Prozent der Fälle entwickelt sich die atopische Dermatitis vor dem fünften Lebensjahr, 60 Prozent der Kinder erkranken sogar vor dem ersten Jahr Lebensjahr. Einen großen Stellenwert in der Stufentherapie der atopischen Dermatitis nimmt die Basistherapie ein, die in der aktuellen europäischen Leitlinie 2018 als „Emollienzien plus“ eine feste Empfehlung gefunden hat.

Juckreiz, trockene Haut, Schlaflosigkeit oder schwer anzuwendende Cremes und Lotions zählen zu den täglichen Belastungen der Betroffenen. Die Patienten werden im Rahmen einer Stufentherapie behandelt. Der europäischen Leitlinie Neurodermitis liegen vier Stufen und die entsprechenden Therapien zu Grunde. Trockene Haut (Stufe 1) wird leitlinienkonform mit einer Basispflege sowie der Vermeidung und Reduktion von Provokationsfaktoren therapiert.

Wer unter leichten Ekzemen (Stufe 2) leidet, soll zusätzlich zur Basistherapie mit antiseptischen Wirkstoffen, topischen Glucorticoiden der Klasse 1 und 2 und/oder Calcineurinhemmern behandelt werden. Moderate Ekzeme (Stufe 3) können zur Basistherapie mit topischen Cortcoiden der Klasse 2 und 3 und/oder Calcineurinhemmern therapiert werden. Bei persistierenden und schwer ausgeprägten Ekzemen kann eine systemische Therapie mit Cyclosporin oder einem monoklonalen Antikörper wie Dupilumab unerlässlich sein.

Die Experten empfehlen laut Leitlinie, in allen Stufen der atopischen Dermatitis eine Basistherapie anzuwenden. Neben Aufklärungsprogrammen zählen auch Emollienzien und die Vermeidung klinisch relevanter Allergene zum Grundstock. Emollienzien sind Externa, die traditionell frei von aktiven Wirkstoffen sind und eine rückfettende Eigenschaft haben. Die europäische Leitlinie zum atopischen Ekzem hat 2018 erstmals eine neue Kategorie als Basistherapie empfohlen – die Emollienzien plus.

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