Galenus-von-Pergamon-Preis

Bundesregierung zeichnet Shingrix und Reagila aus APOTHEKE ADHOC, 18.10.2019 15:26 Uhr

Berlin - Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat zum 30. Mal den Galenus-von-Pergamon-Preis vergeben. Seit 1985 ehrt das Ministerium damit innovative und bahnbrechende Arzneimittelentwicklungen. Der Preis ging in diesem Jahr an vier Arzneimittel in drei Kategorien sowie an ein Team von Transplantationsmedizinern.

Angefangen hatte Claudius Galenus von Pergamon als Gladiatorenarzt, arbeitete sich in seinem langen Berufsleben aber bis zum Leibarzt des römischen Kaisers hoch. Zu verdanken hatte er seinen Erfolg vor allem seiner wissenschaftlichen Denkweise: ein System, das auf Erfahrung und der Erkenntnis von kausalen Zusammenhängen und Vernunft basiert. Damit wurde er zu einem der Väter der modernen medizinisch-pharmakologischen Wissenschaften – und ein idealer für den am Donnerstag vergebenen Preis für herausragende Forschungsleistungen in der klinischen oder experimentellen Pharmakologie.

Bei einer Gala mit 200 Besuchern würdigte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Michael Meister, Bewerber und Preisträger. Am Nachmittag zuvor hatte eine 14-köpfige Jury unter dem Vorsitzenden Professor Dr. Erland Erdmann in einer geheimen Sitzung aus 18 Bewerbern die Sieger gewählt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Kategorie Grundlagenforschung ging er an das Team um Professorin Dr. Sonja Schrepfer vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg, die im Bereich der Transplantationsmedizin mit Stammzellen forschen, die aus Körperzellen hergestellt werden.

In der Kategorie „Primary Care“ ging der Award an Shingrix von GlaxoSmithKline. Der rekombinanten Totimpfstoff gegen Herpes Zoster ist seit Mai 2018 auf dem Markt zur Vorbeugung von Herpes Zoster und postzosterischer Neuralgie bei Erwachsenen ab dem 50. Geburtstag zugelassen. Zur Grundimmunisierung sind zwei Impfdosen zu je 0,5 ml nötig. Die zweite Impfung erfolgt im Abstand von zwei Monaten auf die erste Dosis. Damit können Geimpfte vor Gürtelrose und damit verbundenen Nervenschmerzen geschützt werden – rund 400.000 Fälle von Gürtelrose gibt es in Deutschland jährlich. Eine andere Auszeichnung hatte Shingrix bereits im Dezember 2018 erhalten: Die Ständige Impfkommission hatte Shingrix allen Personen allen Personen ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen, bei Risikogruppen schon ab 50. Daraufhin machte der Gemeinsame Bundesausschuss Shingrix im Frühjahr zur Kassenleistung.

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