Rx-Versandverbot

Shop-Apotheke: Chancen stehen 30:70 Patrick Hollstein, 27.03.2017 15:00 Uhr

Berlin - Das geplante Rx-Versandverbot bringt so manchen Versender um den Schlaf. Auch bei der Shop-Apotheke macht man sich Gedanken, ob Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) das Geschäftsmodell tatsächlich einschränken wird. In Venlo geht man davon aus, dass die Chancen dafür bei 30 Prozent liegen.

Als Grund, das geplante Rx-Versandverbot überhaupt als konkretes Risiko in den Businessplan aufzunehmen, führt das Management den bereits vorliegenden Gesetzentwurf an. Allerdings werden die Folgen für das eigene Geschäftsmodell als weniger gravierend empfunden: Fünf Millionen Euro Umsatz und 750.000 Euro Ertrag (EBITDA) könnten verloren gehen, sollte der Rx-Bereich gestrichen werden. Nur 3,5 Prozent des Umsatzes in Deutschland entfallen bei der Shop-Apotheke auf rezeptpflichtige Medikamente; auf diesen Bereich hat sich die Schwesterfirma Europa Apotheek spezialisiert.

Viel gravierender wäre für die Shop-Apotheke eine Liberalisierung des Apothekenmarktes. Denn für Versandhändler lebt es sich laut Management ganz gut in einem kleinteiligen und hoch regulierten Markt. Eine Deregulierung könne den eigenen Wettbewerbsvorsprung abschmelzen lassen, da der Marktzugang dann für Dritte erleichtert würde. Das Risiko, auf kurze Sicht mit neuer Konkurrenz konfrontiert zu werden, schätzt das Management aber gleich Null ein: Selbst wenn es zu einer Deregulierung kommen würde, wären Konzerne wie Amazon nicht sofort startbereit.

Insgesamt setzte die Shop-Apotheke im vergangenen Jahr in Deutschland 145,6 Millionen Euro um, das waren 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Da die Quote der Wiederholungsbestellungen bei 76,4 Prozent lag, war das Wachstum laut Finanzchef Dr. Ulrich Wandel profitabel: Vor dem allgemeinen Verwaltungsaufwand stand für Deutschland ein EBITDA von vier Millionen Euro in den Büchern, nach 800.000 Euro im Vorjahr.
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