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Marktcheck checkt Iberogast APOTHEKE ADHOC, 18.10.2019 10:55 Uhr

Berlin - Seit dem bekannt gewordenen Todesfall im Zusammenhang mit dem Magenmittel Iberogast ist das Präparat immer wieder Thema in den Medien. In dieser Woche hat sich auch das Verbrauchermagazin „Marktcheck“ zur Mission gemacht, ihre Zuschauer über die Risiken zu informieren.

Bekannt aus dem Format sind die Passantenumfragen in Fußgängerzonen: Auch im Bericht über Iberogast werden die Verbraucher zunächst gefragt, wofür das Medikament bei ihnen Verwendung findet. Nachdem der Verdacht auf die leberschädigende Wirkung offengelegt wird, zeigen sich die Verbraucher überrascht: „Ne, das habe ich nicht gewusst“ und „Das wäre ja bei mit ganz schlecht“ heißt es seitens der Befragten.

Die Zusammensetzung der Lösung wird im Beitrag erklärt, diskutiert wird stets über das enthaltene Schöllkraut. Anschließend wird die Forderungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus 2008 zitiert, entsprechende Warnhinweise im Beipackzettel hinzuzufügen, die der damalige Zulassungsinhaber Steigerwald ablehnte. Bayer hatte das Unternehmen 2013 übernommen. Nach weiteren Verdachtsfällen im Jahr 2016 gab es eine erneute Forderung seitens des BfArM. Bis heute klagt Bayer dagegen, heißt es im Beitrag.

Pharmakritiker Wolfgang Becker-Brüser wird im Beitrag als Arzneimittelexperte um eine Einschätzung gebeten: „Bayer hat bei Iberogast den vorbeugenden Verbraucherschutz ignoriert.“ Das Schädigungspotenzial sei zwar relativ gering, räumt er ein. Im Ernstfall könne die Schädigung aber derart bedrohlich sein, dass man eine Einnahme nicht rechtfertigen könne, so Becker-Brüser.

Im Juli berichtete das Handelsblatt, dass Staatsanwaltschaft Köln ein Gutachten in Auftrag gegeben habe, um einen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Mittels und einem Todesfall im Jahr 2018 zu klären. Bayer hatte zwar auf das Bekanntwerden des Todesfalls schon damals reagiert und die Warnhinweise seinerzeit in die Gebrauchsinformation aufgenommen. Zu dem Handelsblattbericht äußerte der Konzern sich dahingehend, dass bei diesem Fall eine Patientin eine Leberschädigung erlitten habe und an den Komplikationen einer nachfolgenden Lebertransplantation verstorben sei.

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