Luft im Bauch 

Schwieriges Beratungsthema: Blähungen  Benedikt Richter, 26.07.2019 15:05 Uhr

Berlin - Jeder tut es. Darüber reden möchte allerdings niemand. Flatulenzen, umgangssprachlich als „Pupsen“ bezeichnet, gelten als Tabuthema. Wenn Betroffene in der Apotheke Rat suchen, gilt es gut informiert, diskret und einfühlsam zu sein.

Im Beratungsgespräch ist dem medizinischen Fachpersonal so gut wie nichts peinlich oder unangenehm. Flatulenzen sind für Betroffene allerdings alles andere als schön und schon gar kein Thema, über das man gern mit Fremden redet. Dabei sind die Gasansammlungen im Bauch, genauer gesagt im Magen- und Darmbereich, eine natürliche Begleiterscheinung unseres Stoffwechsels.

Darmbakterien zersetzen Nahrungsbestandteile wie Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate und produzieren dabei schwefelhaltige Gase. Der Großteil dieser Gase wird über das Blut zur Lunge transportiert und abgeatmet. Eine geringe Menge wird über den After abgegeben. Dann spricht man von Flatulenz. Wenn die Gasansammlungen sehr groß sind oder nicht ausreichend abgegeben werden können, verspüren Betroffene Beschwerden wie Völlegefühl und Schmerzen. Auch ein Meteorismus (Blähbauch) ist möglich. Man sieht aus, als hätte man einen Meteorit verschluckt. Meteorismus und der geräuschvolle Abgang von Darmgasen sind peinlich und belastend.

Die Intensität der Beschwerden ist stark vom jeweiligen Empfinden abhängig. Reizdarmpatienten nehmen Blähungen beispielsweise viel intensiver und schmerzvoller wahr, da ihr Darm empfindlicher ist, als der von gesunden Menschen. Auch Patienten mit Lebensmittelintoleranzen leiden häufiger unter Blähungen, da die Verdauung eingeschränkt abläuft. Und gestresste Personen, die zu hastigem Essen neigen, schlucken viel Luft, die wiederum Beschwerden verursacht. Patienten in der Apotheke sollte vermittelt werden, dass die Entstehung von Darmgasen ein völlig normaler Vorgang ist. Um große Gasansammlungen zu verringern und deren Abtransport zu erleichtern, kommen Entschäumer, wie Simeticon und Dimeticon zum Einsatz. Motilitätsfördernde Arzneimittel können ebenfalls hilfreich sein.

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