Pädiatrie

Arzneimittelforschung an Kindern Deniz Cicek-Görkem, 18.06.2018 14:11 Uhr

Berlin - Die meisten Arzneimittel, die auf dem Markt sind, sind für Erwachsene zugelassen. Für Kinder stehen nicht immer geeignete Medikamente zur Verfügung. Das führt unter anderem dazu, dass Ärzte im Off-label-Use verordnen müssen. Für neue Zulassungen sind Studien erforderlich, doch die sind mit Kindern nur eingeschränkt möglich. Die Aussage, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, gilt insbesondere in der pädiatrischen klinischen Pharmakologie.

Wenn Kinder die Erwachsenen-Dosis eines Arzneimittels verabreicht bekommen, kann dies zu subtherapeutischen oder auch toxischen Wirkstoffkonzentrationen kommen. Kinder haben besondere physiologische, pharmakodynamische und -kinetische Eigenschaften, beispielsweise einen reduzierten First-Pass-Effekt, variable mikrobielle Kolonisation und eine hohe Konzentration an β-Glucuronidase.

Auch die Blut-Hirn-Schranke bei Säuglingen und Kindern ist nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Der Stoffwechsel und die Organsysteme, die an der Arzneimittelwirkung beteiligt sind, verändern sich mit dem Alter. Dies beeinflusst die Dosis und das Dosierungsintervall, die benötigt werden, um therapeutische Konzentrationen aufrechtzuerhalten. Das muss insbesondere bei Neugeborenen und Kindern berücksichtigt werden.

Die Organe von Kindern sind noch in der Entwicklungsphase und im Verhältnis zum Körpergewicht sind sie größer als die von Erwachsenen. Auch das Immunsystem ist bei den Kleinen noch nicht ganz funktionsfähig. Der Organismus reagiert deshalb besonders empfindlich auf Umwelttoxine, Krankheitserreger und Arzneimittel. Außerdem unterscheiden sich bei Kindern und Erwachsenen Eliminationshalbwertzeiten und Clearance. Die Einnahme ungeeigneter Medikamente kann problematische Langzeitfolgen für das Immunsystem, das Skelett oder die sich entwickelnden geistigen Fähigkeiten haben. Aufgrund dessen müssen Kinderarzneimittel den pädiatrischen Anforderungen genügen. Da der Körper von Kindern Besonderheiten aufweist, ist die Prüfung der Sicherheit und Wirksamkeit im Rahmen von klinischen Studien Voraussetzung für die Zulassung für pädiatrische Indikationen.

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