Gesundheits-Apps

„Apotheker sollten ihre Chance nicht verschlafen“ Maria Hendrischke, 07.04.2016 13:03 Uhr

Berlin - Dr. Ursula Kramer ist Apothekerin. Doch sie arbeitet nicht in der Offizin, sondern hat sich mit der Kommunikationsagentur Sanawork selbstständig gemacht. Sie betreibt seit 2011 das Webportal „Healthon“, das Gesundheits- und Medizin-Apps bewertet. Warum Apotheker sich mit diesen Medien auseinander setzen sollten, erklärt sie im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC.

ADHOC: Sie sind Apothekerin. Wie sind Sie darauf gekommen, Apps zu bewerten?
KRAMER: Ich beschäftigte mich für Fortbildungen schon lange damit, wie man Patienten auf Gesundheitsprävention ansprechen kann. Meist kommt das im Apothekenalltag zu kurz. Gedruckte Informationsbroschüren landen im Keller und sind schnell veraltet. Als 2008 das iPhone auf den Markt kam, dachte ich: „Mit diesem Medium ist die Lehmschicht weg, jetzt kommen Apotheker bei der Prävention direkt und sofort an den Kunden heran.“ Ich fragte mich aber, wer die Qualität der gesundheitsbezogenen Apps testet. Wir wandten uns an die Stiftung Health On the Net (HON), die den Inhalt von Gesundheitswebseiten prüft. Doch die winkten nur ab – wir waren 2009 mit unserer Nachfrage zu früh dran. ADHOC: Und darum haben Sie selbst die App-Bewertung übernommen?
KRAMER: Wir sind den Kriterienkatalog HON durchgegangen und haben ihn an Apps angepasst. Viele Punkte ließen sich übernehmen, immerhin sind sie wissenschaftlich erarbeitet worden. Ein paar Aspekte haben wir ergänzt: Wichtig bei Apps ist beispielsweise, wie vom Nutzer eingegebene Daten geschützt werden. Bei den Sachinformationen, die Gesundheits-Apps bereitstellen, ist außerdem ganz entscheidend, welchen fachlichen Hintergrund ihr Autor hat. Das muss der Entwickler transparent machen, damit der Verbraucher selbstständig bewerten kann, ob eine App gut ist. Unser Portal prüft, ob die App solche Kriterien erfüllt. ADHOC: Wer bewertet die Apps?
KRAMER: Mithilfe unserer Kriterien kann jeder Entwickler und jeder Nutzer eine App selbst testen. Wir haben auf der Webseite dazu einen Fragebogen bereitgestellt. Testergebnisse können uns zugeschickt werden, ein sechsköpfiges Team prüft das Ergebnis dann auf Plausibilität. Wenn nötig, geben wir Entwicklern Empfehlungen, wie sie ihre App verbessern können, damit sie unseren Qualitätskriterien entspricht. Dafür verlangen wir eine geringe Bearbeitungsgebühr. Sind die Kriterien erfüllt, vergeben wir ein Gütesiegel, mit dem der Entwickler werben kann.

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