Schuldverschreibungen

300 Millionen Euro: Apobank besorgt sich Kapital

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Berlin -

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) will ihr Eigenkapital deutlich aufstocken. Dazu soll die Vertreterversammlung die Ausgabe von Schuldverschreibungen im Umfang vom 300 Millionen Euro bewilligen, die die Anforderungen an die aufsichtliche Anerkennung als zusätzliches Kernkapital erfüllen. Der Bankvorstand soll ermächtigt werden, institutionellen Investoren bis Mitte 2024 einmalig oder mehrmals Schuldverschreibungen anzubieten. Der Zinssatz steht noch nicht fest.

Als Zweck der Aufnahme zusätzlichen Kernkapitals nennt die Beschlussvorlage „bankaufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen“. In den letzen Jahren hatte die Bankenaufsicht die Anforderungen der Hinterlegung von Eigenkapital im Kreditgeschäft mehrfach verschärft. Allerdings könnten die Schuldverschreibungen auch im Falle eine Investition der Apobank gezogen werden, wenn beispielsweise für eine Firmenübernahme Eigenkapital eingesetzt werden müsste.

Derzeit weist die Apobank ein bilanziertes Eigenkapital von 1,8 Milliarden Euro aus, das mit den Schuldverschreibungen auf 2,1 Milliarden Euro steigen könnte. Angeboten werden könnten die Schuldverschreibungen institutionellen Investoren wie Apothekenrechenzentren oder Versorgungswerken. „Mit dem vorgeschlagenen Beschluss zur Ausgabe von Kapitalschuldverschreibungen sollen der Bank die erweiterten Möglichkeiten der Eigenmittelbeschaffung zur Stärkung der bankaufsichtsrechtlichen Eigenmittelbasis eröffnet werden“, heißt es in der Beschlussvorlage für die Vertreterversammlung.

Zum „harten Kernkapital“, dem wichtigsten Bestandteil der Eigenmittel, gehören bei der Apobank insbesondere die Geschäftsguthaben der Mitglieder sowie die Rücklagen. Kredite und andere Forderungen der Bank müssten insbesondere in Abhängigkeit ihrer Bonitätseinstufung in unterschiedlicher Höhe mit Eigenmitteln unterlegt werden. Darüber hinaus müssten auch Marktrisiken, operationelle Risiken und sonstige Risiken mit Eigenmitteln unterlegt werden. „Im Ergebnis geht es darum, ein adäquates Minimum an Eigenkapital beziehungsweise eigenkapitalähnlichen Elementen zu definieren, so dass die Einlagen der Kunden nicht gefährdet werden“, so die Vorlage.

In Anbetracht des weiterhin wachsenden Geschäftsvolumens und zu erwartender strikterer aufsichtsrechtlicher Vorgaben (Basel IV) rechnet die Bank mit steigenden Anforderungen an die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel. Das Instrument der Kapitalschuldverschreibung verschaffe der Apobank eine hohe Flexibilität sowohl was den Zeithorizont und die Umsetzungsdauer der Kapitalaufnahme als auch das gegebenenfalls benötigte Volumen anbetrifft. Einen weiteren Vorteil biete die Unkündbarkeit der Anleihe durch die Käufer. Darüber hinaus erweitere die Kapitalschuldverschreibung das Apobank-Produktspektrum für institutionelle Anleger.

2019 will die Apobank ihre führende Position im Gesundheitsmarkt festigen und ausbauen. Dabei werde sie ihre drei strategischen Schwerpunkte Erhöhung des Marktanteils bei Existenzgründungsfinanzierungen, Intensivierung Firmenkundengeschäft sowie Ausbau Vermögens- und Anlageberatung für Kunden weiter verfolgen. Wie andere Player im Apothekenmarkt auch will die Apobank eine eigenen Plattform gründen, kündigte kürzlich Vorstandschef Ulrich Sommer an: „Wir haben eine starke Basis, um uns noch mehr als Mitgestalter im Gesundheitsmarkt einzubringen. Um unserem Anspruch ‚Wir ermöglichen Gesundheit‘ näher zu kommen, gehen wir nun einen weiteren Schritt. Hierfür nutzen wir unsere Kompetenz sowie unser Netzwerk im Gesundheitsmarkt. Ein Fokus liegt auf der Entwicklung einer Plattform. Über diese Plattform sollen Leistungen Dritter im Gesundheitsmarkt vermittelt und Akteure nutzenstiftend für alle Seiten miteinander vernetzt werden."

Bereits zu Jahresbeginn hatte die Apobank angekündigt, nach Noweda/Burda und der Gruppe Noventi, Gehe, Sanacorp, Rowa und Wort & Bild in den Plattformmarkt einzusteigen. Entstehen soll eine Plattform für Dienstleistungen und Produkte für den Gesundheitsmarkt. Sowohl die Bankenbranche als auch der Gesundheitsmarkt veränderten sich rasant. Die Gründe seien vor allem die neuen Möglichkeiten, die die Digitalisierung eröffne, und die sich verändernden Bedürfnisse der Heilberufler und der Patienten. Auf der Plattform sollen neue Dienstleistungen abseits des Bankgeschäftes gebündelt werden. Diese solle Dienste für Heilberufler anbieten, damit diese sich zukünftig noch stärker auf die eigentliche heilberufliche Tätigkeit fokussieren könnten. Erste Ergebnisse sind für Mitte des Jahres geplant.

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