Ärztepräsident warnt vor Sorglosigkeit

Videosprechstunden im Kommen dpa, 20.05.2019 08:37 Uhr

Berlin - Fernbehandlung statt langes Warten in der Arztpraxis – auf die Patienten kommt eine stärker digitalisierte Medizin zu. Ärztepräsident Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery fordert dabei Datensicherheit.

Patienten in Deutschland werden nach Erwartungen der Ärzteschaft künftig verstärkt übers Internet mit ihrem Arzt in Kontakt treten. „Videosprechstunden werden sich als eine von vielen Formen ärztlicher Patientenversorgung in Deutschland etablieren“, sagte Montgomery. Auch sonst dürfte bei der Digitalisierung in der Medizin bald mehr „Drive“ hineinkommen.

Vorrang haben müsse dabei die Sicherheit der Daten: „Höchste Priorität haben hier der Datenschutz und eine Einwilligung der Patienten in digitale Prozesse.“ Es sei gut, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dabei sei, dies zu klären.

Den Weg für die Fernbehandlung von Patienten hatte vor einem Jahr der Deutsche Ärztetag geebnet. So sollen Patienten etwa Überweisungen, Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit oder Verschreibungen ohne Vor-Ort-Besuch einer Praxis erhalten können. Inzwischen haben fast alle Landesärztekammern ihre Berufsordnungen entsprechend angepasst.

„Als Einstieg in den Kontakt zu einem Arzt wollen inzwischen viele Menschen auch elektronische Zugangswege“, sagte Montgomery. „Dabei müssen wir als Ärzte klar machen, was man auf Distanz machen kann und was einer weiteren Diagnostik und Behandlung im direkten Kontakt bedarf.“ In „Behandlung“ stecke immer noch das Wort „Hand“. Telemedizin werde eine sinnvolle Ergänzung sein.

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