Arzneimittelskandal

Spahn zu Valsartan, Homöopathie und DocMorris APOTHEKE ADHOC, 24.08.2018 21:03 Uhr

Berlin - In der Stuttgarter Zeitung hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Valsartan-Skandal geäußert. Kritik, man habe zu spät reagiert, weist er zurück. Allerdings denkt er darüber nach, das System der Arzneimittelüberwachung zu reformieren. Und auch zum Rx-Versandverbot gibt er ein kurzes Statement ab.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) habe „zügig, unaufgeregt, aber zielorientiert reagiert“ und sei früher als andere europäische Behörden an die Presse gegangen, so Spahn. „Und auch die Apotheker und die Ärzte informieren aktiv seit Anfang Juli auf allen Kanälen.“ Ihm sei wichtig gewesen, den Patienten sehr früh zu vermitteln, dass es gefährlicher gewesen wäre, die Medikamente abzusetzen.

Aktuell sei man auf nationaler und europäischer dabei zu analysieren, warum verunreinigte Präparate überhaupt auf den Markt kommen konnten. „Bereits Mitte Juli habe ich deswegen das BfArM und die Arzneimittelexperten meines Hauses beauftragt, Konsequenzen aus dem Valsartan-Fall zu erarbeiten. Kommende Woche werden wir dazu noch einmal alle Verantwortlichen an einen Tisch bringen. Dann sehen wir weiter.“

Laut Spahn gibt es verschiedene Ansatzpunkte, um einen solchen Fall künftig zu verhindern. „Wir fragen uns, ob die Zuständigkeiten von Bund und Ländern in der Arzneimittelüberwachung geändert werden müssen. Man muss sich klar machen, dass das BfArM auf Bundesebene gar keinen Rückruf starten kann. Das ist Aufgabe der Landesaufsichtsbehörden, die für die Arzneimittelüberwachung in Deutschland zuständig sind. Wir müssen untersuchen, wie europäische, Bundes- und Landesbehörden besser zusammenarbeiten können. Wir müssen klären, wie die Kontrollen von Herstellern, die nicht in der EU produzieren, besser werden können.“

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