Rassismus-Vorwürfe

Mohren-Apothekerin startet Unterschriftenaktion Eugenie Ankowitsch, 05.02.2018 15:08 Uhr

Berlin - Geht es nach dem kommunalen Ausländerbeirat der Stadt Frankfurt, so soll der Begriff „Mohr“ aus den Namen zweier Apotheken der Stadt verschwinden. Die Diskussion sorgte bundesweit für Aufsehen. Das macht nun auch anderen Kollegen in Hessen Sorge. So wehrt sich Dr. Kerstin Podszus, Inhaberin der Hofapotheke zum Mohren im nahen Friedberg, bereits vorsorglich mit einer Unterschriftenaktion gegen mögliche Forderungen. In wenigen Tagen sind rund 300 Unterschriften zusammengekommen. Denn auch die Kunden der Apotheke haben kein Verständnis für die aktuelle „Mohren“-Debatte.

„Ich habe nie daran gedacht, dass jemand den Namen der Apotheke anstößig oder gar rassistisch finden könnte“, betont Podszus. „Es hat sich auch noch nie ein Kunde darüber beschwert.“ Und so kommt es für die Apothekerin nicht in Frage, den Namen der 400 Jahre alten Apotheke zu ändern. Angesichts der Diskussion in Frankfurt, die in den vergangenen Tagen hohe Wellen schlug, treibt die Apothekerin jedoch die Sorge um, die Debatte könnte nach Friedberg schwappen. Deshalb initiierte sie eine Unterschriftenaktion. Damit will sie den Rückhalt der Kunden dokumentieren, sollte es zu ähnlichen Forderungen auch bezüglich Ihrer Apotheke kommen.

„Im Moment erfahren wir eine überwältigende Unterstützung von unseren Kunden“, berichtet Podszus. Von Donnerstag bis Samstagmittag seien 300 Unterschriften zusammengekommen. „Manch einer ist nur in die Apotheke gekommen, um zu unterschreiben“, so die Apothekerin. Viele würden E-Mails schreiben und der Apothekerin darin den Rücken stärken.

Seit 99 Jahren ist die Apotheke in Familienbesitz. Ihr Großvater Hans führte die Apotheke bis 1990, verpachtete sie anschließend, bis Enkelin Kerstin das Unternehmen 2001 übernahm. Gegründet wurde sie allerdings bereits 1621 als Mohren-Apotheke. 1892 wurde sie durch Großherzog Ernst Ludwig zur Hofapotheke ernannt. Damit hatte der damalige Inhaber Wilhelm Georgi das Privileg erhalten, den Hof zu beliefern. „Seitdem heißt sie Hofapotheke zum Mohren“, erzählt Podszus.

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