Projekt Autofreie Zone

Abgeschnitten: Apotheke plötzlich im Sperrgebiet Carolin Ciulli, 22.07.2019 10:36 Uhr

Berlin - Die gute Erreichbarkeit einer Apotheke kann für den Erfolg des Betriebs entscheidend sein. Sind etwa durch eine Baustelle Zufahrtswege eingeschränkt, wirkt sich dies regelmäßig auf die Besuchsfrequenz aus. Der Kaiser-Apotheke in Hamburg steht eine ganz andere Hürde bevor: Ab September wird die Straße vor der Tür für sechs Monate wegen eines Modellprojekts tagsüber für den Verkehr komplett gesperrt. Auch Großhändler dürfen die Apotheke ab mittags nicht mehr anfahren.

Die Einzelhändler im Hamburger Stadtteil Ottensen befürchten ab September erheblich Umsatzeinbußen. Dann dürfen mehrere Straßen nicht mehr befahren werden. Nur noch Anwohner oder Händler mit Ausnahmegenehmigung kommen rein. Dazu benötigt man einen Parkplatz im Hinterhof oder einen privaten Stellplatz. Die übrigen Anwohner oder Geschäftsleute sowie Besucher und Kunden müssen zu Fuß gehen. Apothekerin Anette Kaiser-Villnow ist mit den Plänen alles andere als zufrieden.

Für die Inhaberin der Kaiser-Apotheke, die mitten in der autofreien Zone liegt, handelt es sich um eine „Hauruck-Aktion“. Im März beschloss die Bezirksversammlung Altona ab September 2019 auf Abschnitten der Bahrenfelder Straße, der Ottenser Hauptstraße und der Großen Rainstraße das Projekt „Ottensen macht Platz“ für einen Zeitraum von einem halben Jahr umzusetzen. Dadurch soll das Gebiet für Anwohner attraktiver werden. „Sechs Monate Probezeit ist haarig, man hätte ja auch erstmal mit Wochenenden anfangen können“, findet die Apothekerin.

Die Apotheke kann ab dem Herbst von Kunden nur noch zu Fuß erreicht werden. Der gesperrte Bereich umfasst in ihrer Straße rund 400 Meter. Der Start liegt etwa 200 Meter entfernt. Dort gebe es aber keine Parkplätze, die Parkhäuser liegen weiter entfernt. Lieferanten sind nur in der Zeit zwischen 23 und 11 Uhr erlaubt. „Das wird nicht funktionieren. Ich lebe als Apothekerin davon, dass ich schnell lieferfähig bin.“

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