AMG-Novelle

Spahn will Biosimilars zu Generika machen Lothar Klein, 14.11.2018 13:30 Uhr

Berlin - Mit der eigentlich längst bekannten Ankündigung der raschen Einführung des eRezepts landete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den Publikumsmedien im Wettbewerb um den CDU-Parteivorsitz einen Achtungserfolg. Einen Tag darauf legt er im Handelsblatt mit einem weiteren Thema seines Gesetzgebungsagenda nach: „Gesundheitsminister Spahn will Pharmapreise senken“, titelte das Wirtschaftsblatt. Spahn will mit Biosimilars wie mit Generika den Krankenkassen sparen helfen. Wie das geschehen genau, bleibt allerdings noch unklar. Die angekündigte Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG-Novelle) soll erst in Kürze vorgestellt werden.

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel hätten sich in den vergangenen Jahren zu einem großen Treiber der Arzneimittelausgaben in Deutschland entwickelt, so das Handelsblatt. Die innovativsten Therapien gegen Krebs oder zur Behandlung von Rheuma kosteten allein von Januar bis September 2018 rund 6,7 Milliarden Euro. Einige der teuren Präparate hätten inzwischen ihren Patentschutz verloren, es seien günstigere Nachahmerprodukte am Markt verfügbar.

Das Einsparpotenzial bei Biosimilars wolle Spahn nun besser nutzen. „Biopharmaka sind elementar für die medizinische Versorgung unserer Patienten“, sagte Spahn dem Handelsblatt. „Wenn es günstigere Alternativen bei gleich hoher Versorgungsqualität gibt, müssen wir sie nutzen. Sonst könnten wir das hohe Niveau der Arzneimittelversorgung in Deutschland nicht halten.“

Im vergangenen Jahr hätten nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei konsequenter Umstellung auf Biosimilars insgesamt 279 Millionen Euro eingespart werden können. Um die Arzneimittelausgaben in der GKV zu begrenzen, seien Apotheken seit 2002 grundsätzlich in der Pflicht, an Kassenpatienten preisgünstigere Generika abzugeben. Diese Regelung greife bei Biotech-Medikamenten aber bislang nicht.

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