Orale Retinoide

Retinoide: Checkliste für Apotheken APOTHEKE ADHOC, 10.09.2019 15:20 Uhr

Berlin - Die Gruppe der oralen Retinoide ist mit Vorsicht abzugeben: Immer wieder gibt es neue Verschärfungen. Seit 2016 gibt es bereits Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der Teratogenität. Nun wurden diese in einem Rote-Hand-Brief aktualisiert und eine Checkliste für Apotheken durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herausgegeben.

Der Rote-Hand-Brief betrifft die Retinoide Acitretin, Adapalen, Alitretinoin, Bexaroten, Isotretinoin, Tazaroten und Tretinoin. Retinoide in oraler Form sind stark teratogen und dürfen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Die einzige Ausnahme stellt orales Tretinoin bei klinischer Dringlichkeit in onkologischer Indikation dar. Topische Retinoide sind als Vorsichtsmaßnahme bei Schwangeren oder bei Planung einer Schwangerschaft ebenfalls kontraindiziert.

Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin dürfen oral bei Frauen im gebärfähigen Alter nur unter Einhaltung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms angewendet werden. Vor der Verschreibung und Abgabe sollen die Risiken anhand des Schulungsmaterials mit den Patientinnen besprochen werden. Das mit dem Rote-Hand-Brief verschickte Schulungsmaterial enthält neben der Checkliste für Ärzte auch eine Liste für Apotheker: Dadurch soll sichergestellt werden, dass Apotheker, die Acitretin, Alitretinoin oder Isotretinoin abgeben, die besonderen Sicherheitsanforderungen kennen und berücksichtigen. Die Checkliste ist verpflichtender Teil der Zulassung und fester Bestandteil des Schwangerschaftsverhütungsprogramms.

Bei der Verordnung von oralen Medikamenten mit den Wirkstoffen Acitretin, Alitretinoin oder Isotretinoin dürfen Apotheker diese erst an Frauen im gebärfähigen Alter abgeben, nachdem die Checkliste abgearbeitet wurde: Die Höchstmenge je Verschreibung darf den Therapiebedarf für 30 Tage nicht übersteigen und Verschreibungen sind nur bis zu sechs Tage nach dem Tag ihrer Ausstellung gültig. Zudem sollen die Patientinnen darauf hingewiesen werden, retinoidhaltige Arzneimittel zur oralen Anwendung niemals einer anderen Person zu geben und ungenutzte Kapseln am Ende der Behandlung in der Apotheke abzugeben.

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