Magnesium-Präparate

Verla vs. Biolectra: Streit um Verfügbarkeit APOTHEKE ADHOC, 26.08.2019 07:56 Uhr

Berlin - Mit vergleichender Werbung halten sich Hersteller normalerweise zurück. Doch in Sachen Magnesium fühlte sich Verlapharm gegenüber der Konkurrenz überlegen. Der Hersteller warb unter Verweis auf eine eigene Studie mit der besseren Bioverfügbarkeit – und obwohl daran nichts falsch war, verbot das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) diese Aussage als irreführend.

Verla hatte ein Werbefax an Apotheke geschickt und behauptet, eine „brandneue Studie“ belege, dass Magnesium Verla purKaps eine „signifikant bessere Bioverfügbarkeit“ aufweise als Biolectra Magnesium von Hermes. In einer als „Information an Fachkreise“ bezeichnete Werbeunterlage wurde erklärt: „Organisches Magnesiumcitrat ist besser bioverfügbar als anorganisches Magnesiumoxid.“ Eine Abbildung zeigte den höheren Anstieg von Magnesium im Urin als „Ausdruck einer besseren Resorption“.

Hermes mahnte den Konkurrenten ab, doch der weigerte sich einzulenken. Denn die Kritik, dass ein ernährungsphysiologischer Nutzen beziehungsweise eine klinisch-therapeutische Relevanz nicht erwiesen seien, sei unbegründet: Eine solche Relevanz sei in der angegriffenen Werbung gar nicht behauptet worden.

So zog Hermes vor Gericht. Wie die Vorinstanz entschied nun auch das OLG gegen Verla. Denn zumindest im Zusammenspiel suggerierten die Aussagen gegenüber den angesprochenen Apothekern, dass die bessere Bioverfügbarkeit mit einem ernährungsphysiologischen Nutzen verbunden sei.

Dies gelte umso mehr, weil eine Überlegenheit gegenüber einem konkreten Konkurrenzprodukt ausgelobt und in der Werbung blickfangmäßig hervorgehoben werde: Der Leser werde wohl kaum annehmen, dass die bessere Bioverfügbarkeit zwar statistisch signifikant, aber ernährungsphysiologisch völlig bedeutungslos sein könnte. „Er geht vielmehr davon aus, dass der in Rede stehende Überlegenheitsaspekt („bessere Bioverfügbarkeit“) werblich deshalb besonders herausgestellt wird, weil ihm auch eine maßgebliche Bedeutung für den Nutzen des Mittels beim Verzehr durch den Verbraucher zukommt.“

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