Rx-Versandverbot

Lauterbach poltert gegen Apotheken Lothar Klein, 14.12.2016 13:00 Uhr

Berlin - Die SPD-Bundestagsfraktion lehnt das von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgelegte Gesetz zum Verbot des Rx-Versandhandels ab. SPD-Fraktionsvize Professor Dr. Karl Lauterbach will „zeitnah“ eigene Vorschläge für eine angemessene Reaktion auf das Urteil des EuGH vorlegen. Nach seinen Angaben hat Fraktionschef Thomas Oppermann in der gestrigen Sitzung klargestellt, dass die SPD bei ihrem Nein bleiben wird.

Ein „plattes“ Verbot des Rx-Versandhandels „passt nicht in die Zeit“, so Lauterbach: „Ich bin für ein Verbot des Verbots.“ Lauterbach warf Gröhe vor, zu schnell vor dem „Druck der Lobby“ eingeknickt zu sein. „Ich bin überrascht, wie rasch Gröhe nachgegeben hat“, so Lauterbach. Auch die Argumentation und Begründung des Gesetzentwurfes findet der SPD-Vize „nicht überzeugend“.

„Wir können die Menschen nicht zwingen, in die Apotheke gehen zu müssen“, so Lauterbach. Der Versandhandel sei „bei den Leuten sehr beliebt“. Er sei eine „angenehme und bequeme Alternative“. Außerdem helfe der Rx-Versandhandel, die Versorgung auf dem Land zu sichern. „Wir werden mittelfristig Regionen haben, in denen es schwierig ist, die Apothekendichte zu halten,“ so Lauterbach. Dort könne der Versandhandel die Versorgung sicherstellen.

Lauterbach kündigte „zeitnah“ alternative Vorschläge der SPD an. „Die müssen noch in dieser Legislaturperiode kommen“, so Lauterbach: „Das wäre sonst nicht fair“. Ohne auf Details einzugehen, sieht Lauterbach die Lösung in einer besseren Honorierung der Beratungsleistung durch den Apotheker. „Wir müssen aus dieser schwierigen Situation etwas Sinnvolles machen“, so der SPD-Fraktionsvize. Das Anliegen der Apotheker zur Sicherung der Arzneimittelversorgung sei „vollkommen korrekt“. „Auch die SPD will kein Apothekensterben zulassen“, sagte Lauterbach.
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