Notdienst

Werbung mit Weihnachtsdienst Nadine Tröbitscher, 27.12.2016 15:22 Uhr

Berlin - Der Notdienst an den Weihnachtsfeiertagen ist eher unbeliebt – man kann ihn aber auch für Werbung in eigener Sache nutzen. Die Bären-Apotheke in Ratingen war eine der 1300 Apotheken, die Akutfälle versorgte. Trotz der geringen Vergütung am Feiertag war die Apotheke am zweiten Weihnachtstag für alle da. Mit einem öffentlichen Post auf Facebook erreichte Inhaber Wolfgang Wittig etwa 55.000 Menschen in kürzester Zeit.

„Egal ob Fieberzäpfchen für das Baby, Antibiotika bei Lungenentzündung oder einfach nur ein Nasenspray - wir sind für Sie da“, schrieb Wittig. Ein warmes Willkommen für jeden, auch wenn nicht jeder Kollege von Wittig ein Nasenspray als Notfall sieht. In 21 Stunden hatte der Apotheker mit seinem Post 55.000 Menschen erreicht. Wittig war sich nicht bewusst, welche Kreise sein Statement ziehen könnte. „Wir scheinen besonders bei den Kollegen einen Nerv getroffen zu haben.“

Dennoch sieht Wittig die Bezahlung für einen Notdienst skeptisch und unzureichend. „Für 24 Stunden Feiertagsdienst erhalten wir eine Notdienstvergütung von 260 Euro. Natürlich reicht das nicht aus um 1-2 Mitarbeiter in dieser Zeit zu bezahlen.“

Der Notdienst sei eine von vielen „Gemeinwohlpflichten'“, die deutsche Apotheken jeden Tag leisten, klärt der Apotheker auf. „Finanziert werden sie durch eine Mischkalkulation. Der Gesetzgeber hat bewusst die Arzneimittelpreise festgesetzt, um eine flächendeckende Versorgung rund um die Uhr sicherzustellen“, heißt es weiter.
  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort