EuGH-Urteil

Preisbindung = Tempolimit: „Das versteht jeder“ Lothar Klein, 02.01.2017 15:16 Uhr

Berlin - Mit seiner Werbung mit dem Notdienst an den Weihnachtsfeiertagen hat Apotheker Wolfgang Wittig inzwischen über Facebook mehr als 100.000 Menschen erreicht. Jetzt will der Inhaber der Bären-Apotheken in Ratingen und Erkrath seinem politischen Kampf für das Rx-Versandverbot mit einer pfiffigen Idee Schwung verleihen. Seit der EuGH am 19. Oktober Rx-Boni erlaubte, verwendet Wittig seinen Vergleich mit den deutschen Verkehrsgesetzen. „Das versteht jeder“, sagt Wittig: „Wir haben jetzt erstmals die Chance, dass sich etwas verändert.“

„Das ist so, als ob der Europäische Gerichtshof entscheiden würde, dass ausländische Paketdienste sich in Deutschland nicht an die deutsche Geschwindigkeitsbegrenzung halten müssen“, zieht Wittig auf Facebook einen eingängigen Vergleich. Nicht nur Wittig findet das Bild gelungen. In Internetforen erhielt er so viel Zuspruch, dass er daraus einen neuen Facebook-Post gemacht hat.

Auf das Foto eines deutschen Verkehrsschildes montierte Wittig seinen Vergleich und postete seine Idee erneut auf Facebook. Nun hofft er auf große Resonanz. Zurzeit sammelt er in seinen Bären-Apotheken wie viele andere deutsche Apotheken Unterschriften gegen das EuGH-Urteil. Durch dieses Urteil werde ausländischen Versandapotheken erlaubt, sich beim Versand von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln über deutsches Recht hinwegzusetzen, „an das wir als Ihre Apotheke vor Ort weiter gebunden sind“, steht dort zu lesen.

Dadurch entstehe ein Wettbewerbsnachteil, „den wir nicht hinnehmen wollen“. Die Lösung könne nicht sein, nun für alle die „Geschwindigkeitsbegrenzung“ aufzuheben, entwickelt Wittig seinen Vergleich weiter. „Die bestehenden Gesetze und die Arzneimittelpreisverordnung dienen dem Schutz der wohnortnahen Versorgung und das rund um die Uhr auch im Nachtdienst – genauso wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf bestimmten Straßen dem Schutz der Verkehrsteilnehmer dient.“

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