Digitale Kompetenz

Anthemis-Apotheke: Terminal für den Kindergarten

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Berlin -

Digitalisierung ist heute schon ein Thema für den Kleinsten: Immer weiter wächst das Bewusstsein, dass man auch die Kleinsten nicht nur möglichst früh an die Verwendung digitaler Technologien heranführen sollte, sondern auch dass man diese nutzen kann, um Bildung zu vermitteln. Das hat sich Apothekerin Carole Holzhäuer zu Herzen genommen: Die Inhaberin der Anthemis-Apotheke im bayerischen Ansbach hat dem nahen Pfiffikus-Kindergarten ein Digital-Terminal geschenkt, an dem die Kinder sich spielerisch bilden können.

Eigentlich hatte sie den Tisch für die Filiale ihrer Anthemis-Apotheke im Ansbacher Retti-Center gekauft, denn auch Holzhäuers Apotheken setzen voll auf Digitalisierung. Doch das Multi-Touch-Terminal war überqualifiziert: „Es bietet ein Niveau, das man sonst bei solchen Terminals in Museen hat“, erklärt Holzhäuer. Installiert ist eine ganze Reihe an Spielen, die kindgerecht und spielerisch Themen wie Anatomie, Schreiben oder rechnen vermitteln. „Alles edukativ sehr wertvoll!“, merkt Holzhäuer an.

Das Programm ist jedoch zu umfangreich, als dass es sich für die kurze Zeit lohnen würde, die ein Kind in der Apotheke ist. „Ich habe da am Anfang selbst erst einmal stundenlang drangesessen und gespielt“, erinnert sie sich und lacht. Als sie sich mit einer ihrer Mitarbeiterinnen unterhielt, kam ihr dann die Idee. „Sie hat selbst einen Sohn in der Kita und hat mir erzählt, dass Kindergärten ja jetzt auch einen Auftrag zur digitalen Bildung haben.“ Da entschied sie sich, die Kita zu unterstützen.

„Für die kam das auch ganz überraschend“, erinnert sie sich an den Anruf. Entsprechend groß sei die Begeisterung gewesen. Denn ganz billig ist der Tisch auch nicht: Bei der Anschaffung hatte er die Apotheke über 3000 Euro gekostet, für die Spende hat Holzhäuer nun einen Restwert von 1500 Euro verbucht. Und er ist ein Hingucker, die Kindergärtnerinnen müssen einteilen, wer wann mit dem Tisch spielen darf, erzählt sie. Schneller als die Erwachsenen erlernen sie die Handhabung allemal.

Angeschafft hatte Holzhäuer den Tisch vor drei Jahren zur Eröffnung ihrer Anthemis-Apotheke im Retti-Center. Und auch dort passte er rein, denn Holzhäuer hat sich mit ihrem modernen Design und der digitalen Ausrichtung ihrer Offizin bereits über Ansbach hinaus einen Namen gemacht. „Das Design sollte zukunftsorientiert sein“, erklärt sie die Einrichtung. Die Sichtwahl ist auf großen Bildschirmen zu sehen, runde HV-Inseln sind von einem lokalen Tischler aus Holz geformt und dann mit weißem Leder überzogen worden. Im Inneren der Holz-Korpusse versteckt arbeitet die Technik – Computer, Scanner, nur der PC-Monitor steht auf der grünlich schimmernden Glasplatte. Entworfen hat Holzhäuer das extravagante Apotheken-Design größtenteils alleine. Ein Innenarchitekt hat assistiert und auf die Machbarkeit geachtet.

Dass es sich bei Holzhäuers Offizin um ein Schmuckstück handelt, hatte sich auch bis zur Apotheken Umschau herumgesprochen. Die quartierte sich dort fünf Stunden für ein Fotoshooting ein. Für eine der September-Ausgaben 2017 diente die Anthemis-Apotheke als Kulisse für einen Bericht über den Weg eines Diabetespräparats von der Bestellung über den Großhandel bis zum Patienten.

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