Heilpflanzenportrait

Mariendistel: Ein Alleskönner für die Verdauung Eva Bahn, 10.05.2019 13:54 Uhr

Berlin - Sie ist eine wehrhafte Schönheit unter den einheimischen Pflanzen. Doch sie hütet in ihren Samenkapseln auch einen pharmakologischen Schatz: die Mariendistel. Ihr Name leitet sich von der Milch der Gottesmutter Maria her, der die zweijährige dornige Pflanze angeblich die weißen Flecken und Streifen auf ihren Blättern verdankt. Die Früchte der Mariendistel kommen besonders der Leber zugute.

Der arzneilich verwendete Pflanzenteil von Silybum marianum ist weniger das Kraut, für das die therapeutische Wirkung unsicher ist. Es sind vor allem die reifen, vom Pappus befreiten Früchte, die zur Behandlung von toxischen Leberschäden eingesetzt werden können. Bei Leberzirrhose und chronisch entzündlichen Erkrankungen des Organs wie zum Beispiel Hepatitis C ist die Wirksamkeit belegt. Ihre Hauptwirkstoffe sind Flavonolignane (1,5 bis 3 Prozent Silymarin) und Flavanolone. Die antihepatotoxische und hepatoprotektiven Eigenschaften von Silymarin sind klinisch gesichert.

In der Antike wurde die Pflanze vor allem als Antidot gegen Schlangenbisse verwendet. Im Mittelalter wusste man jedoch bereits um die leberschützende Wirkung, die im 19. Jahrhundert durch Johann Gottfried Rademacher wiederentdeckt wurde. Auch heute noch werden die Bestandteile als Antidot genutzt. Nur sind es heutzutage nicht mehr die Schlangenbisse, sondern die Knollenblätterpilze, gegen deren Gift sie eingesetzt werden kann. In den letzten 30 Jahren wurde sie dann in mehreren Studien untersucht. Die Droge wird vor allem bei dyspeptischen Beschwerden eingesetzt. Der Korbblütler mit dem charakteristischen Äußeren wächst wild in Europa, Nordafrika und Westasien. Die Anbaugebiete befinden sich vor allem in Deutschland, China, Südamerika, Österreich und Ungarn.

Sowohl bei der Droge als auch bei ihren Zubereitungsformen sind außer einem leicht laxierenden Effekt keine Nebenwirkungen bekannt. Die verkleinerten getrockneten Pflanzenteile können sowohl als Aufguss als auch für andere galenische Zubereitungen genutzt werden. Für einen Tee empfiehlt sich drei bis vier Gramm der zerstoßenen Früchte auf 150 Milliliter heißes Wasser zu nutzen. Er wird zehn bis fünfzehn Minuten zum Ziehen stehen gelassen.

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