Künstliche Intelligenz

Schmidhuber: Apotheker als Datenextraktoren für Künstliche Intelligenz APOTHEKE ADHOC, 26.02.2019 10:59 Uhr

Berlin - Wahrscheinlich wird man den Namen Jürgen Schmidhuber eines Tages im selben Atemzug mit Konrad Zuse und Alan Turing nennen. Als niemand geringeres als der „Vater der Künstlichen Intelligenz“ wird er bezeichnet: Seine Entwicklungen haben entscheidende technische Durchbrüche ermöglicht, von denen heute fast jeder der weltweit 2,5 Milliarden Smartphone-Nutzer profitiert. Doch nicht nur Siri und Google Translate greifen auf seine Erkenntnisse zurück, sondern vor allem die Medizin und Wissenschaft. Bei der Digitalkonferenz VISON.A von APOTHEKE ADHOC erklärt er, warum Künstliche Intelligenz alles verändert und wie man nicht verdrängt wird, sondern von lernenden Algorithmen profitiert.

Künstliche Intelligenz ist eine der wichtigsten Antriebskräfte der digitalen Revolution: Von der Medizin über Kommunikationstechnologie bis hin zum Rechtswesen verändern selbstlernende Algorithmen bereits jetzt immer mehr Arbeit grundlegend. Bei vielen Menschen löst das, auch aufgrund mangelnden Wissens, Ängste aus: Übernimmt irgendwann eine schlaue Maschine meinen Job? Ganz unbegründet sind diese Sorgen nicht, denn vor allem Arbeit, die auf Mustererkennung und automatischen Abläufen basiert, kann schon heute oftmals besser von Softwareprogrammen gelöst werden als von Menschen aus Fleisch und Blut. Wer nicht verdrängt werden will, muss deshalb lernen, Künstliche Intelligenz für sich arbeiten zu lassen, anstatt mit ihr um die Wette zu arbeiten. Das gilt ganz besonders im Gesundheitswesen.

„Der Pharmazeut wird nicht seine Arbeit verlieren, aber seine Arbeit wird sich grundlegend ändern“, erklärt Schmidhuber. „Solche, die regelmäßig vorn dabei sind, mit den technischen Werkzeugen umgehen und dazu noch menschlich sympathisch sind, haben eine glorreiche Zukunft.“ Regelmäßig vorn dabei zu sein ist auch die Devise von Schmidhuber selbst. Er ist ein Pionier seines Fachgebiets. Mit 15 Jahren hatte er sich zum Ziel gesetzt, eine KI zu entwickeln, die schlauer ist als er selbst. Das war 1978. Seitdem verfolgt er dieses Ziel. Nach Studium und Promotion an der LMU München verschlug es ihn über mehrere akademische Stationen, darunter die University of Colorado, in die Schweiz, wo er seit 1995 wissenschaftlicher Direktor des Dalle-Molle-Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz ist. Mit dem Unternehmen Nnaisense, das er mit gegründet hat und dessen Chefwissenschaftler er ist, hat er sich vorgenommen, die erste praktikable Allzweck-KI zu erschaffen.

Insbesondere das von ihm und seinem damaligen Studenten Sepp Hochreiter entwickelte rekurrente neuronale Netz LSTM (Long Short-Term Memory) war wegweisend für die moderne KI. Es lernt effizient Aufgaben, die vorher unlernbar waren und bildet heute beispielsweise das Rückgrat von Googles Spracherkennung. Auch in der Medizin gewinnen Schmidhubers Erkenntnisse immer mehr an Bedeutung. „Meine Liebesbeziehung mit dem Gesundheitswesen begann 2011, als unsere selbstlernende KI das erste Mal Wettbewerbe gewonnen hat, bei der es um das Erkennen von Krebszellen ging“, erinnert er sich. „Die gesamte medizinische Bilddiagnose wird im Moment revolutioniert.“ Anwendungsfelder erstrecken sich von Apps, die schon heute Hautkrebs in einem Bruchteil der Zeit erkennen, die menschliche Ärzte brauchen, bis zu Diagnosen in der Pädiatrie, die von KI-Programmen sicherer getroffen werden können als von jungen Ärzten.

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