Zweifel am Erfolg

Ärzte diskutieren über eRezept-Pflicht Lothar Klein, 30.07.2019 11:47 Uhr

Berlin - Mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Einführung des eRezepts geregelt. Spätestens Ende 2020 sollen alle Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI) der Gematik angeschlossen sein und elektronische Verordnungen abwickeln können. Im Ärztelager ist jetzt trotzdem eine Debatte über die Erfolgsaussichten entbrannt, weil das Gesetz keine eRezept-Pflicht vorschreibt.

Mit Rücksicht auf die traditionellen Gewohnheiten und Probleme älterer Patienten im Umgang mit der Digitalisierung hatte Spahn ausdrücklich auf eine eRezept-Plicht verzichtet und übergangsweise ein Nebeneinander von Papierrezept und eRezpt zugelassen. Außerdem soll das eRezept im ersten Schritt nur für „nomale“ Verordnungen eingeführt werden. Elektronische BtM-Rezepte und Hilfsmittelverordnungen folgen später.

In der Ärztezeitung wird nun diskutiert, ob Ärzte dadurch zu Bremsern für die neue Anwendung werden könnten? „Werden die Ärzte das eRezept, sobald es eingeführt ist, auch tatsächlich nutzen? Oder müssen sie dafür mit Sanktionen bedroht werden? Und folglich: Brauchen Patienten einen Anspruch, den sie durchsetzen können?“, fragt die Hauszeitung der Ärzte.

Derzeit sei keine Verpflichtung der Ärzte vorgesehen, es gebe keinen Anspruch von Versicherten, so hatte es kurz zuvor die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ihren Mitgliedern unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium (BMG) informiert. Der GKV-Spitzenverband, der nach Inkrafttreten des GSAV die Umsetzung des eRezepts mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung innerhalb von sieben Monaten aushandeln soll, argumentiert hingegen anders: „Aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes ist das elektronische Rezept eine Pflichtanwendung – auch für Ärzte“, teilte der Kassenverband der Ärztezeitung“.

„Das dauerhafte Nebeneinander von Papier-Rezept und eRezept wäre zudem höchst unwirtschaftlich: Doppelstrukturen würden auf Dauer aufrechterhalten.“ Zudem würden die Chancen der Digitalisierung und der damit verbundenen Verbesserungspotentiale vertan: weniger Rückfragen beim Arzt durch den Apotheker, bessere Qualität der Daten und damit schnellere Abrechnung für die Leistungserbringer, schreibt der Spitzenverband.

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