Opioid-Epidemie

Schmerzmittel gegen Sex: Großrazzien bei Ärzten und Apothekern Tobias Lau, 18.04.2019 14:18 Uhr

Berlin - In den USA haben Ermittlungsbehörden laut eigenen Angaben einen der größten Erfolge gegen den Missbrauch verschreibungspflichtiger Schmerzmittel erzielt. Insgesamt 60 Heilberufler, darunter Apotheker, Ärzte und Krankenpfleger, werden wegen illegaler Verschreibung und Abgabe von Opioiden oder der Verschwörung dazu angeklagt. Sie sollen mehr als 35.000 illegale Rezepte ausgestellt oder beliefert haben, vor allem für starke Opioide wie Fentanyl und Oxycontin – insgesamt rund 32 Millionen Tabletten. Die Details sind haarsträubend.

Die Anklagen sind der erste große Fahndungserfolg der ARPO, der „Appalachian Regional Prescription Opioid Strike Force“. Das Spezialteam hatte das US-Justizministerium im Dezember aufgestellt, um mit juristischen Mitteln gegen die Opioid-Epidemie in den USA vorzugehen. Neben den fragwürdigen Marketingmethoden von Pharmaherstellern werden nämlich vor allem eine dubiose Verschreibungs- und Abgabepraxis in Apotheken, Kliniken und Arztpraxen für die grassierende Schmerzmittelabhängigkeit verantwortlich gemacht.

„Die Opioid-Epidemie ist die tödlichste Drogenkrise in der amerikanischen Geschichte und die Appalachen haben wahrscheinlich mehr unter ihren Folgen gelitten, als jede andere Region“, so Justizminister William P. Barr. „Doch das Justizministerium trägt seinen Teil dazu bei, die Krise zu beenden.“ Auch Gesundheitsminister Alex Azar, selbst ehemaliger Pharmalobbyist und US-Geschäftsführer von Eli Lilly, sieht die Razzien als Erfolg der Regierung: „Den illegalen Vertrieb von Opioiden zu verringern, ist ein zentrales Element in Präsident Trumps Plan, diese Krise der öffentlichen Gesundheit zu beenden.“ Es sei aber auch unerlässlich, abhängigen Amerikanern den Zugang zu therapeutischen Angeboten zu ermöglichen.

In insgesamt acht Bundesstaaten – darunter Virginia, Ohio, Pennsylvania, Alabama und Tennessee – im Osten der USA schlugen die Ermittler in den vergangenen Tagen zu, darunter in einigen der am stärksten von der Opioid-Krise betroffenen Gebieten. Mehrere Ärzte und Apotheker werden beschuldigt, sogenannte „Pill Mills“ betrieben zu haben, das heißt Praxen, von denen bekannt ist, dass dort gegen kleinere oder größere Schmiergelder Schmerzmittelrezepte auf Bestellung ausgestellt werden. Eine Apotheke in Dayton, Ohio, soll innerhalb von zwei Jahren 1,75 Millionen Tabletten Schmerzmittel abgegeben haben. Andere Ärzte sollen ihren Praxismitarbeitern massenhaft unterschriebene Blankorezepte zur Verfügung gestellt haben, damit sie auch ohne ihre Anwesenheit Verordnungen ausstellen können.

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