Kommentar

Kasse kondoliert mit Retax Alexander Müller, 23.07.2019 08:53 Uhr

Berlin - Ja, es gilt die Leistungspflicht. Ja, es gibt Verträge. Ja, es geht immer um die Solidargemeinschaft. Aber wenn die Kasse eine Retaxation ausspricht, weil der bei ihr Versicherte einen Tag zu früh verstorben ist, dann sind die Grenzen des guten Geschmacks übertreten, kommentiert Alexander Müller.

Das Ganze ist kein Einzelfall, sondern gelebte Retaxationspraxis, in diesem Fall aber besonders anschaulich. Die Dauerverordnung über Inkontinenzprodukte hatte der behandelnde Arzt im Sommer vergangenen Jahres ausgestellt. Am 1. Februar wurde das Rezept über die Windelhosen zuletzt beliefert.

Jetzt erhielt die Apotheke eine Retaxation der Techniker Krankenkasse (TK) über 18,45 Euro. Begründung: „Der abgerechnete Leistungszeitraum entspricht nicht der gültigen Vertragsvereinbarung. Der letzte Versorgungsmonat wird nur vergütet, wenn die Versorgung nach dem 15. des betroffenen Monats endet.“ Die Versorgung war in diesem Monat aber bereits am 14. geendet, an diesem Tag war der Versicherte nämlich verstorben.

Die TK hat auf Nachfrage auf den Rahmenvertrag verwiesen, den sie direkt mit der Apotheke geschlossen habe. Darin sei geregelt, dass die Apotheke den vollen Monatssatz nur dann bekommt, wenn die Mitgliedschaft nach dem 15. endet, ausgenommen lediglich der Startmonat. „Mit dem Tod des Versicherten am 14. des Monats ist somit auch seine Mitgliedschaft erloschen. Vertragskonform trägt die Apotheke somit die Kosten. Dazu sei gesagt, dass das Sozialrecht grundsätzlich nur eine Leistungspflicht für die Zeit einer Mitgliedschaft vorsieht“, schreibt die TK.

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