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Geller: Ich habe nur meine Pflicht getan Lothar Klein, 26.08.2019 10:47 Uhr

Berlin - Lange wurde über die Abschaffung der Importförderklausel im Zuge der GSAV-Beratungen gestritten. Am Ende übernahm die Bundesregierung die Regelung des zwischen Deutschen Apothekerverband (DAV) und GKV-Spitzenverband ausgehandelten Rahmenvertrages. Einfluss genommen darauf hat auch Jörg Geller, Geschäftsführer von Importeur Kohlpharma. Im Interview mit APOTHEKE ADHOC erklärt Geller seine Rolle: Als Lobbyist sieht er sich nicht und sagt: „Ich habe nur meine Pflicht getan.“       

ADHOC: Herr Geller, Sie sind durch die Veröffentlichung Ihrer Lobbyaktivitäten ins politische Rampenlicht gerückt. Wie empfinden Sie das?
GELLER: Ich sehe darin ganz eindeutig den Versuch, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier als CDU-Politiker anzugreifen. Es ist ja Wahlkampf. Kommenden Sonntag werden die Landtage von Brandenburg und Sachsen neu gewählt. Es ging bei der jetzigen Veröffentlichung offensichtlich nicht so sehr um den Import. Man will Altmaier und der CDU Schaden zufügen. Das ist mein Eindruck. Importe sind hier nur das Vehikel.

ADHOC: Wie ist das denn damals mit Ihrer Lobbyarbeit gelaufen?
GELLER: Kohlpharma feiert jetzt seien 40. Geburtstag, wir sind seit 40 Jahren am Markt. Seit 40 Jahren kämpfen wir für unser Geschäftsmodell, weil es natürlich insbesondere auf Seiten der im vfa [Verband forschender Arzneimittelhersteller, Anm. d. Red.] zusammengeschlossenen Arzneimittelhersteller Interessen gibt, Importe zu behindern. Importe haben die Hersteller seit 40 Jahren daran gehindert, die Preise zu verlangen, die sie gerne nehmen würden. Es ist doch unbestritten, dass die Importeure Einsparungen in erheblicher Höhe für die Krankenkassen erzeugen. Es wird viel über die Höhe der Einsparungen diskutiert. Man kann aber ganz einfach durch die Menge der Importe und die Preise errechnen, wie hoch diese sind. Sie liegen bei 260 Millionen Euro. Darum geht es.

ADHOC: Ist das tatsächlich so viel Geld angesichts der Milliardensummen im Gesundheitswesen?
GELLER: Ich denke schon. Wir befinden uns vor einer Rezession. Die Weltwirtschaft rumpelt, die Exporte gehen zurück, wir stehen vor einem ungeregelten Brexit. Das alles sind keine guten Perspektiven. Es wird also dazu kommen, dass die Krankenkassen nicht mehr, sondern eher weniger Geld haben werden. Die Kassen werden sich daher noch intensiver mit Einsparungen beschäftigen müssen. Da sind 260 Millionen Euro nicht wenig, und es gibt indirekt Einsparungen in Höhe von circa 3 Milliarden Euro. Das ist immerhin fast doppelt so viel, wie sich die Apotheker vom Apothekenstärkungsgesetz für zusätzliche Dienstleistungen erhoffen. Auch der intensive Kampf um das GSAV erklärt sich ja nur, weil sich die Unternehmen davon spürbare Effekte erhofft haben. Nur so macht das Sinn.

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