Privatrente

Signal Iduna: Keine Lebensbescheinigung vom Apotheker Lothar Klein, 21.08.2019 13:56 Uhr

Berlin - Von Zeit zu Zeit müssen Versicherungsgesellschaften zur Auszahlung von Privatrenten überprüfen, dass die Versicherten noch leben. Das erfolgt fast ausnahmslos über Lebensnachweise oder Lebensbescheinigungen. Kürzlich spazierte in die Detmolder Sonnen-Apotheke von Gunnar Müller eine Kundin, die eine solche Bescheinigung von ihm erbat. Eigentlich kein Problem, dachte Müller, aber nach näherer Betrachtung musst er ablehnen. Anders als Ärzte, Sparkassen und Steuerberater dürfen Apotheker das Leben ihrer Kunden nicht bescheinigen.

„Kein Problem“, dachte Müller, als ihm die Kundin das Formular der Signal Iduna Versicherung auf den HV-Tisch legte. Schließlich könne er ja sehen, dass sie nicht nur am Leben war, sondern bei bester Gesundheit. Anschließend warf Müller einen Blick auf das Formular und stutze: als „bescheinigende Instituationen“ sind dort nur „Außendienstpartner der Signal Iduna Gruppe“, „Behörde, Kirchenamt, Botschaft, Geldinstitut, Steuerberater, Arzt, Krankenhaus, Pflege- oder Altenheim“ angegeben.

„Bitte beachten Sie, dass ohne die Angabe des Geburtsdatums der versicherten Person sowie der Angaben der bescheinigenden Institution (Ort, Datum, Stempel) eine pünktliche Rentenzahlung nicht garantiert werden kann. Zwar hat jede Apotheke einen Stempel, aber trotzdem musste Müller die Kundin ohne Lebensbescheinigung fortschicken.

Signal Iduna sieht Apotheker trotzdem nicht als Heilberufler zweiter Wahl: „Mit der Auswahl der im Formular genannten Institutionen wollen wir keineswegs dort nicht genannte Stellen, zum Beispiel Apotheker, zurücksetzen. Aber eine wichtige Voraussetzung für uns ist die verbindliche Identifikation des Rentenbeziehers“, so ein Firmensprecher. Üblich bei Lebensbescheinigungen sei, dass nur Behörden wie Einwohnermeldeämter oder Botschaften die entsprechenden Bescheinigungen erstellen dürften.

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