Treuhand-Experte

Apothekenhonorar: Gewinn darf kein Tabuthema sein Lothar Klein, 13.08.2018 12:11 Uhr

Berlin - Apotheker und andere Heilberufler müssen trotz des Kostenerstattungsprinzips der Krankenkassen als Freiberufler und Unternehmer angemessene Gewinne machen dürfen. Sonst scheiden sie über kurz oder lang aus dem Wirtschaftsleben aus: „Ein striktes Kostendeckungsprinzip wäre fatal. Es würde bei der Vergütung der Heilberufler de facto ein Gewinnverbot für freie Heilberufe bedeuten“, so Dr. Frank Diener, Generalbevollmächtigter der Treuhand Hannover, in einem Beitrag für „Observer Gesundheit“.

Betriebe, deren Betriebsergebnis und deren Umsatzrendite den Wert null hätten, hätten keinen Firmenwert. „Sie haben kein Investitionspotenzial, bekommen keinen Bankkredit. Sie sind für neue Inhaber nicht attraktiv, denn sie sind unter kaufmännischen Aspekten nicht wirtschaftlich überlebensfähig“, so der Treuhand-Experte. Man könne darüber streiten, wie hoch ein angemessenes Betriebsergebnis für einen Heilberufler sein dürfe: „Es müssen keine zweistelligen Umsatzrenditen sein, aber null geht nicht.“

Bei der Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) oder des Ärztehonorars werde daher eine wichtige Frage sein, ob den freien Heilberufen angemessene betriebswirtschaftliche Gewinne zugestanden würden. Es gebe keine ökonomische Rechtfertigung dafür, den „Heilberufen unter Verweis auf ihre ethische Verantwortung einen Gewinnverzicht aufzuerlegen“, so Diener. Ordnungspolitisch wäre es „geradezu aberwitzig“, wenn durch die Verwendung eines strikten Kostendeckungsprinzips ganze Leistungsbereiche des Gesundheitswesens so honoriert würden, dass die Firmenwerte systemisch auf null gestellt würden.

Wenn es um neue oder zusätzliche Leistungen im Gesundheitswesen geht, sei man sich ziemlich schnell einig: Man wolle mehr Präsenzzeiten der Ärzte für die GKV-Versicherten, zahnärztliche High-End-Versorgung, umfangreiches Entlassmanagement der Krankenhäuser, das Handling der Rabattverträge durch die Apotheker, von der Pharmaindustrie innovative Arzneimittel mit hohem Zusatznutzen, mehr Leistungen in der ambulanten und stationären Pflege und natürlich die alsbaldige durchgehende Digitalisierung aller Daseinsbereiche des Gesundheitswesens. Doch wenn es um die Vergütung solch neuer und zusätzlicher Leistungen gehe, würden die Lippen meist schmal. Das gängige Toleranzspektrum in Krankenkassen, Medien und Politik reiche dann von: „Das ist doch alles schon in die bisherigen Honorare eingepreist“ bis zu: „Wir akzeptieren maximal die Erstattung notwendiger Kosten“. Gewinne für Heilberufler seien im Gesundheitswesen offenbar bei vielen Diskutanten zu einem Tabu geworden.

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