Flüchtlingsapotheker

Multikulti in der Riga-Apotheke Eugenie Ankowitsch, 19.11.2016 09:01 Uhr

Berlin - Der syrische Apotheker Rabia Alhasan ist 2013 mit seiner Familie aus der Isis-Hochburg Rakka nach Deutschland geflohen. Nun hat er wieder Hoffnung, schon bald als Apotheker zu arbeiten. Auf dem Weg dahin absolviert er sein einjähriges Praktikum als Pharmaziepraktikant in der Riga Apotheke von Michael Steinhoff in Soest.

„Rabia Alhasan stand eines Tages einfach in der Apotheke und fragte, ob er bei mir ein Praktikum machen kann“, erinnert sich Steinhoff an das erste Treffen mit dem syrischen Flüchtling. „Für unser Team stand schnell fest, dass wir ihn unterstützen wollen“. Zunächst war es aber notwendig, dass Alhasan besser deutsch lernt und alle erforderlichen Unterlagen einreicht. Auch musste er die Fachsprachenprüfung bestehen, da sie eine Voraussetzungen für das Praktikum ist.

Seitdem ist ein Jahr vergangen. Steinhoff hat das Versprechen gehalten und gab seinem syrischen Kollegen die Chance, in seiner Apotheke zu arbeiten. Denn jetzt geht es für Alhasan mit dem Lernen erst richtig los. „Zwar wollen die Kunden auf der ganzen Welt gleichermaßen beraten werden. Ein Apotheker in Deutschland übernimmt aber weit mehr Aufgaben als in Syrien“, erklärt Steinhoff. So gebe es hierzulande eine in Syrien unbekannte Vielfalt in der Selbstmedikation. Auch müsste syrische Apotheker beispielsweise keine Rezepturen herstellen, sondern lediglich fertige Arzneimittel abgeben, ergänzt Alhasan. Von deutschen Besonderheiten wie Rabattverträgen ganz zu schweigen.

Zwölf Jahre lang führte der Vater einer Tochter und eines Sohnes im syrischen Rakka eine Apotheke – genauso wie sein Vater zuvor. Anfang 2013 hat sich Alhasan mit seiner Familie auf den Weg gemacht, um vor dem Krieg zu flüchten. Denn inzwischen ist seine Heimatstadt zu einer Isis-Hochburg geworden. Die Kämpfer haben seine Wohnung besetzt und die Apotheke geschlossen, erzählt er.

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