Neueinführungen

Cannabinoid gegen Übelkeit Nadine Tröbitscher, 03.02.2017 12:30 Uhr

Berlin - Übelkeit und Erbrechen können Begleiterscheinungen einer Chemotherapie sein. Seit Jahresbeginn steht für die Behandlung mit Canemes (Nabilon, AOP Orphan) ein synthetisches Cannabinoid zur Verfügung. Das Präparat ist in Österreich bereits seit einiger Zeit auf dem Markt.

Nabilon kann gegen Emesis und Nausea als Begleiterscheinungen einer Chemotherapie eingesetzt werden. Erwachsene Krebspatienten, die unter malignen Neoplasien leiden und mit anderen antiemetischen Therapien nicht adäquat behandelt werden können, zählen zur Indikationsgruppe.

Das Arzneimittel steht in Form von Kapseln à 1 mg zur Verfügung und kann ein zweimal täglich eingenommen werden. Der Wirkmechanismus ist noch nicht genau geklärt. Unter Therapie kann es rasch zu einer reversiblen Toleranz kommen. Daher sollte die Therapie auf ein zeitliches Minimum begrenzt sein. Die Kapseln sollen anfangs niedrig dosiert eingenommen werden und dann in der Dosis bei Bedarf gesteigert werden. Es wird empfohlen, am Abend vor der Chemotherapie eine Kapsel einzunehmen und etwa drei Stunden vor der Behandlung eine zweite. Canemes kann auf einem BTM-Rezept verordnet werden.

In Deutschland war bislang neben Dronabinol als Rezepturarzneimittel zur Behandlung von Schmerzen noch Sativex (Nabiximol, Almirall) als „Cannabis-Präparat“ verfügbar. Nabimixol ist eine Mischung aus Pfanzenextrakten der Blätter und Blüten. Das Gemisch enthält Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol und soll mittelschwere bis schwere spastische Symptome von MS-Patienten mildern.
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