Recklinghausen

Pikrinsäure: Apotheke legt Polizeiwache lahm APOTHEKE ADHOC, 20.08.2018 11:44 Uhr

Berlin - Die Entsorgung von Pikrinsäure sorgt in Apotheken immer wieder für Feuerwehreinsätze. Ein Apotheker aus Recklinghausen wollte die getrocknete Substanz bei der Stadt entfernen lassen, sein Angestellter wurde mit dem Gefäß zur Polizei geschickt. Dort löste er einen Großeinsatz aus. Der Mitarbeiter könnte sich wegen des Transports der Substanz sogar strafbar gemacht haben.

Pikrinsäure gerät in Apotheken häufig in Vergessenheit und wird beim Aufräumen entdeckt. Wird feste Substanz im Labor gefunden, sollte diese von Experten vernichtet werden. Immer wieder kommt es bei der Entsorgung der Chemikalie zu Einsätzen von Feuerwehr oder Landeskriminalamt (LKA). Ein Recklinghäuser Apotheker beauftragte einen Angestellten, ein Plastikgefäß mit Pikrinsäure zu entsorgen.

Der Mann probierte es am Donnerstag zunächst bei der örtlichen Entsorgung der Stadt. Dort wurde er jedoch weggeschickt und an die Polizei verwiesen. Als er gegen 14 Uhr mit dem in einem Styroporgefäß verstauten Behälter auf der Wache ankam, wurde Alarm ausgelöst. Die Polizei rief wegen des explosionsgefährlichen Stoffes die Feuerwehr. Insgesamt rückten mindestens 25 Einsatzkräfte an. Auch das LKA sowie Fachberater des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems der chemischen Industrie (TUIS) und der Hersteller wurden informiert.

Die Wache wurde geräumt und wie die angrenzenden Räume evakuiert. „Ich glaube nicht, dass sich der Angestellte der Gefahr bewusst war“, sagt ein Feuerwehrsprecher. Das LKA verflüssigte die Substanz wieder. Kurz vor 18 Uhr sei die Gefahr gebannt gewesen und der gesperrte Gefahrenbereich an der Polizeiwache wurde wieder freigegeben. Dem Apothekenmitarbeiter droht möglicherweise ein Ermittlungsverfahren. „Es wird geprüft, ob der Transport der Säure eine Straftat darstellt“, so ein Polizeisprecher.

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