Pharmakonzerne

Förderprogramm: Almirall päppelt Derma-Startups Tobias Lau, 22.11.2019 09:11 Uhr

Gleichzeitig forciert Guenter eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Unternehmens. Denn um bei all der (geplanten) Innovation gezielt Meilensteine setzen zu können, will sich Almirall künftig verstärkt aufs Kerngeschäft konzentrieren: „Als ich ins Unternehmen gekommen bin, ging es um Dermatologie im Allgemeinen, jetzt haben wir einen Fokus auf medizinische Dermatologie“, sagt Guenter. Dazu wurde unter seiner Ägide im Frühjahr die Ästhetik-Sparte ThermiGen an das US-Unternehmen Celling Biosciences verkauft. „Wir haben die Sparte Ästhetik vollkommen abgestoßen“, erklärt der gebürtige Belgier am Morgen vor der Konferenz. „Wir dachten, es würden sich Synergien zwischen Dermatologie und Ästhetik ergeben, aber das hat sich als Trugschluss herausgestellt.“

Schon zuvor hatte sich Almirall bei Allergan bedient und für 550 Millionen US-Dollar deren Dermatologie-Portfolio mit den fünf US-Marken Aczone (Dapson), Tazorac (Tazarotene), Azelex (Azelainsäure), Cordran Tape (Fludroxycortid) und Seysara (Sarecycline) gekauft. Letzters ist in den USA seit Anfang des Jahres auf dem Markt und dort nach Angaben von Almirall das umsatzstärkste orale Antibiotikum gegen Akne. Guenters Ziel ist es nun, die Pipeline mit vielversprechenden neuen Wirkstoffen zu füllen. „Wir wollen, dass alles, was wir tun, auf Wissenschaft und Evidenz basiert, nicht auf wackeligen Versprechen“, sagt er. Der Star der Pipeline ist dabei der monoklonale Antikörper Lebrikizumab zur Behandlung von atopischer Dermatitis, der sich derzeit in der Phase-III-Studie befindet. Kommt es zu einer Markteinführung, ist es ein direkter Angriff auf Dupixent (Dupilumab) von Sanofi, Guenters Arbeitgeber für 22 Jahre.

Dass er den Weggang vom französischen Pharmariesen nicht bereut, daran lässt er keinen Zweifel aufkommen. Für den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden von Sanofi Deutschland und späteren Vizepräsidenten der globalen Sparte Diabetes- und Herzkreislauferkrankungen scheint der Wechsel zu Almirall eine Selbstverwirklichung. „Ich bin froh, bei Big Pharma raus zu sein“, sagt er. Bei einem mittelgroßen Player wie Almirall – dessen Geschäft sich auf Europa und die USA beschränkt – habe man schlicht mehr Möglichkeiten, Wandel aktiv und zeitnah zu gestalten, während man in einem weltumspannenden Konzerngeflecht 80 Prozent seiner Arbeitszeit darauf verwende, verschiedene Entscheidungsebenen zu koordinieren und in Meetings zu sitzen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Covid-Medikamente

BMG gibt Chloroquin an Bayer zurück»

Im Auftrag der Kammer

Berlin: Alliance verteilt zentral beschaffte Schutzausrüstung»

Corona-Maßnahmen

Spahn-Verordnung: Kassen müssen Massentests bezahlen»
Markt

Packungsrelaunch bei Mylan

Reparil-Gel N: Neue Verpackung»

„deine Apotheke“

Phoenix-Heft ab heute in Apotheken»

OTC-Hersteller

PharmaSGP will an die Börse»
Politik

Schlüsse aus der Pandemie

Leopoldina empfiehlt Weiterentwicklung des Gesundheitssystems»

Corona-Maßnahmen

Arzneimittel: Spahns Notfallbeschaffungsverordnung in Kraft»

Bezahlte Pharmazeutische Dienstleistung

BPhD: Apotheken sollen Partydrogen testen»
Internationales

Studien gestoppt

WHO: Aus für Hydroxychloroquin und Chloroquin»

Schweiz

Brandstifter zerstört Apotheke»

Corona-Vakzine

USA bestellen Impfstoff bei AstraZeneca»
Pharmazie

Quualitätsprobleme

Mikrobielle Verunreinigung: Hansaplast muss zurück»

Hochdosiert und tetravalent

Efluelda: Grippeimpfstoff für Menschen ab 65»

Seltenere Applikation

Rivalif: Transdermales Pflaster bei Demenz»
Panorama

Mehrere Kollegen vergiftet

Zolpidem-Kekse: Haftstrafe für Krankenschwester»

Onkologie

Krebs in jungen Jahren: Frauen häufiger betroffen»

Betrieb in Kliniken normalisiert sich

Covid-Stationen wenig besetzt»
Apothekenpraxis

Mitgliederversammlungen

Abda-Gesamtvorstand: Entscheidung über DAT»

Diebin zieht erneut blank

„Sehr großer Hintern“: Polizei sucht Apothekendiebin»

Erweiterte Austauschmöglichkeiten

Wegen Corona: Ausnahme bei Aut-idem-Liste»
PTA Live

Corona-Ausnahmen

PTA-Ausbildung: Abda fordert mehr Freiheiten»

Mecklenburg-Vorpommern

Deutlich weniger PTA-Schüler»

Bedenkliche Ausgangsstoffe Teil 3

Obsolete Rezeptursubstanzen: Chloramphenicol, Steinkohlenteer und Bufexamac»
Erkältungs-Tipps

Wenn der Schädel brummt

Ursachen von Kopfschmerz»

Für Ärzte und medizinisches Personal

Leitlinien: Empfehlungen zur Therapie»

Viren und Bakterien

Wann ist eine Antibiose sinnvoll?»
Magen-Darm & Co.

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»

Gut gekaut ist halb verdaut

Mundhöhle: Startschuss für die Verdauung»

Komplikationen im Magen-Darm-Trakt

Blinddarmentzündung: Schmerzendes Anhängsel»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Gebären während der Pandemie

Covid-19 und Geburt: Kein erhöhtes Infektionsrisiko»

Schwangerschaft und Covid-19

Kein erhöhtes Risiko für Ungeborene»

Wenn die Haut sich hormonell verändert

Schwangerschaftsexanthem – besondere Hautveränderung»
Medizinisches Cannabis

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»

Teil 1: Rezeptangaben und Sonderfälle

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Vorbereitung und Anwendungstipps

Selbstbräuner: Bräune aus der Tube»

Gut für die Umwelt

Nachhaltige Kosmetik»