Grüne Apotheke in Bernburg feiert Jubiläum

„Schon bei der Aspirin-Tablette ging das Jammern los“ Silvia Meixner, 12.02.2019 12:34 Uhr

Berlin - Die älteste Apotheke Bernburgs in Sachsen-Anhalt feiert ihren 325. Geburtstag. Seit 37 Jahren leitet Hendrik Frenzel die „Grüne Apotheke“. Er hat vieles erlebt und alles gut überstanden – von der Pflichtausbildung zum Mechatroniker bis zur Selbstständigkeit nach dem Fall der Mauer.

Gerade waren Kunden da und haben dem Team eine Flasche Sekt gebracht. Eine kleine Aufmerksamkeit zum Jubiläum. Die Mitarbeiter freuen sich über das Dankeschön. Und Frenzel erinnert sich an die letzten Jahrzehnte: „Zu DDR-Zeiten waren Apothekenmitarbeiter beim Kreis angestellt. Nach der Wende habe ich mich selbstständig gemacht, bin einfach ins kalte Wasser gesprungen.“ Er übernahm die Apotheke: „Ich hatte bezüglich der Zukunft keine Bedenken. Kranke wird es immer geben. Ich habe den Schritt nie bereut.“

Apotheker wurde er erst über einen kleinen Umweg. Auf seiner Berufs-Wunschliste standen Arzt, Zahntechniker, Optiker und Apotheker. Nach dem Abitur landete er allerdings in einem Betonwerk, wo ihm eine Ausbildung zum Mechatroniker angeboten wurde. „Nach der Ausbildung bekamen wir die Information, dass es auf diesem Gebiet gar keine Jobs gab.“ Er durchforstete die Listen mit möglichen Studienrichtungen. Und da war er wieder, der Beruf des Apothekers. „Männliche Pharmazeuten würden gebraucht, teilte man mir mit.“ Also studierte er in Halle an der Saale Pharmazie.

Die Aufgaben in der Offizin haben sich, im Vergleich zu DDR-Zeiten, geändert. „Früher haben wir viel mehr selbst hergestellt, alles, was die Industrie nicht liefern konnte, vom Kinderzäpfchen bis zum Schmerzpulver. Sogar Nasen- und Augentropfen haben wir selbst produziert. Mit der Wende kam dann alles fertig angeliefert.“ Das entlastet zum einen die Mitarbeiter, nimmt dem Beruf aber auch eine Seite, die viele Pharmazeuten mögen. „Der Herstellungsprozess geriet in den Hintergrund.“ Der 64-Jährige nimmt es mit Humor. „Im Jahr 1880 haben die Apotheker auch schon gejammert, als die erste Aspirin-Tablette auf den Markt kam.“ Das Ende der Offizin wurde befürchtet, zu Unrecht, wie wir heute wissen. Mit seiner Erfahrung machen dem Apotheker Lieferengpässe auch im 21. Jahrhundert keine Sorgen. „Wir haben ja jetzt wieder eine Phase, in der vieles nicht lieferbar ist.“

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