Lagerbereinigung wegen Securpharm

Großhandel will Retouren verhindern Alexander Müller, 22.01.2019 09:14 Uhr

Berlin - Der 9. Februar ist schon in Sichtweite und mit ihm die Umsetzung von Securpharm in allen Apotheken. Der Großhändler AEP möchte seinen Kunden bei der Umstellung helfen – schon aus Eigeninteresse. Denn in Alzenau möchte man tunlichst vermeiden, von den Retouren übervorsichtiger Apotheker überschwemmt zu werden.

Der Stichtag 9. Februar ist ein relativ weicher: Zwar dürfen ab diesem Tag verschreibungspflichtige Medikamente (sowie Omeprazol-OTC) nur noch mit den neuen Sicherheitsmerkmalen in Verkehr gebracht werden. Das gilt aber nur für die Herstellern beziehungsweise Reimporteure. Im Handel gibt es dagegen noch eine Übergangsfrist von fünf Jahren. Zu den Sicherheitsmerkmalen zählen ein individueller 2D-Code sowie eine Versiegelung um die Unversehrtheit der Packung zu garantieren. Die Packungen mit diesen Merkmalen müssen in der Apotheke vor der Abgabe verifiziert und hinsichtlich des Siegels kontrolliert werden.

Allerdings werden nicht alle Packungen ab dem Stichtag die Sicherheitsmerkmale tragen – dies dürfte im Gegenteil eher die Ausnahme sein. Denn für die Umsetzung in der Praxis gilt die Übergangsfrist. Arzneimittel ohne Sicherheitsmerkmale, die bis zum 9. Februar bereits im Verkehr waren, etwa beim Großhandel oder der Apotheke, dürfen trotzdem weiter abgegeben werden. Denn ansonsten müssten zum Stichtag unzählige Produkte vernichtet werden, was nicht nur zu gefährlichen Versorgungsengpässen führen könnte, sondern auch ökonomischer und ökologischer Wahnsinn wäre. Da die Übergangsfrist länger ist als das maximale Haltbarkeitsdatum läuft, sollte der Wechsel problemlos über die Bühne gehen.

Bei AEP vermutet man, dass vermutlich mehr als 90 Prozent der im Moment im Verkehr befindlichen Ware keine Sicherheitsmerkmale hat. Im Lager des Großhändlers sehe es ähnlich aus. Die Apotheker könnten diese Packungen betreffend Securpharm problemlos bis zum Ende der Übergangsfrist abgeben. Im Extremfall bis zu fünf Jahre werden demnach Produkte mit und ohne Sicherungsmerkmale parallel im System sein. Auch ohne 2D-Code und Siegel handele es sich aber um vollwertige Ware. „Es besteht folglich kein Anspruch darauf Ware mit Codierung zu erhalten, auch ist Ware ohne Codierung kein Retourengrund“, so AEP.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Versandapotheken

Rekordverlust bei Zur Rose»

Obstipation

Bekunis bringt Flohsamenschalen»

Digitalkonferenz

Freude über VISION.A Awards: Das sind die Gewinner»
Politik

Berlin

Kammerwahl: Keine Mehrheit für Belgardt»

Apothekenreform

DAV: Wasserdicht nachbessern»

VISION.A 2019

Mayer-Schönberger: „Der Durchschnittspatient ist tot“»
Internationales

Erfolg mit E-Rezept

Tschechien: Ministerium will Rx-Versand zulassen»

USA

Apothekenkette Shopko ist am Ende»

USA

Apothekenkette: Kahlschlag bei Rite Aid»
Pharmazie

FDA-Zulassung

Brexanalon gegen Wochenbettdepression»

Antirheumatika

Blutgerinnsel in der Lunge: Empfehlung für Xeljanz»

Medizinalhanf

Farmako will 50 Tonnen Cannabis importieren»
Panorama

Gallery of Inspiration

Ein Herz im 3D-Druck»

Digitalkonferenz

So erleben Pharmaziestudenten die VISION.A»

In Münster haben sie eines ergattert

Apothekerin im Ü-Ei»
Apothekenpraxis

Wie geht das mit den Influencern?

Du sollst keine Liebe kaufen!»

Spannender Arbeitstag

PTA überführt BtM-Rezeptfälscher»

Fehlende Versichertennummer

AOK retaxiert – und hilft Apotheke»
PTA Live

Zahngesundheit

Zahncreme mit „Hallo-Wach-Kick“»

Ausbildung in Tschechien und Bosnien

Hürden bei der PTA-Anerkennung: Bayerisch und Galenik»

PTA-Schule München

Premiere: Klassenraum wird Sterillabor»
Erkältungs-Tipps

Kleine Pflanzenkunde: Kampferbaum

Wissenswertes über Campher»

Hausmittel

Propolis: Heilmittel aus dem Bienenstock»

Die Erkältungsknolle

5 Tipps für den Einsatz von Ingwer»