Unverträglichkeiten

Beratungstipps bei Nahrungsmittelallergien Eva Bahn, 17.07.2019 14:46 Uhr

Berlin - Etwa 20 Prozent der Bevölkerung geben bei Befragungen an, dass sie unter Nahrungsmittelallergien leiden. Tatsächlich sind es jedoch nur etwa 6 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer. Woran liegt diese Fehleinschätzung und was kann der Betroffene tun, um sich trotzdem ohne Beschwerden ausgewogen zu ernähren? Wie findet man eigentlich heraus, ob eine Unverträglichkeit oder eine Allergie vorliegt?

Bei einer Allergie sensibilisiert sich das Immunsystem nach dem Erstkontakt mit dem Allergen und bildet Antikörper vom Typ IgE. Kommt er ein weiteres Mal mit diesem Stoff in Kontakt, werden sie ausgeschüttet. Die Mastzellen geben Histamin frei und verschiedene Organe reagieren spezifisch auf die Situation. Die Atemwege schwellen an, Nasenschleimhaut und Augen zeigen eine Entzündungsreaktion, die Haut juckt und der Magen-Darm-Trakt reagiert mit Schmerzen, Diarrhoe, Obstipation und Flatulenzen. Übelkeit und Erbrechen folgen meist ebenfalls, wenn das allergieauslösende Nahrungsmittel gegessen wurde. In der extremsten Form folgt ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock.

Im Gegensatz dazu stehen die Nahrungsmittelintoleranzen, die teilweise ähnliche Symptome hervorrufen. Hier ist allerdings das Immunsystem nicht beteiligt, sondern die Beschwerden treten beispielsweise aufgrund eines Enzymmangels auf. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Lactoseintoleranz. Dabei wird das Enzym Lactase nicht mehr ausreichend gebildet, um Milchzucker problemlos zu verdauen. Bei Unverträglichkeiten werden meist kleinere Mengen vertragen, die bei einem Allergiker bereits deutliche Symptome hervorrufen würden. Hier bildet die Glutenintoleranz eine Ausnahme, denn betroffene Menschen vertragen manchmal nicht einmal mehr ein Gramm Brot, wenn es Gluten enthält. Diese Form der Unverträglichkeit stellt auch aus anderen Gründen eine Mischform zur Allergie dar.

Diese Unterschiede sind dem Laien aber häufig nicht bekannt, daher wird oftmals von Allergien gesprochen, wenn eigentlich eine Unverträglichkeit vorliegt. Wer aufgrund der Symptomatik unsicher ist, warum der Körper bei bestimmten Nahrungsmitteln rebelliert, der hat die Möglichkeit, sich beim Arzt testen zu lassen. Im Vorfeld sollte ein Ernährungstagebuch geführt werden, in das alle Beobachtungen notiert werden. Nach welchen Speisen beginnen die Symptome und wie lange halten diese an? Wie häufig zeigen sich die Symptome? Wurde bereits eine Eliminationsdiät versucht? Danach folgen meist Haut- oder Bluttests, um eine Allergie zu bestätigen oder auszuschließen.

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