Extremsport

Apotheker und Ironman Katharina Lübke, 19.04.2015 09:20 Uhr

Berlin - 23 Jahre lang leitete Klaus Purwin die Ahorn-Apotheke im hessischen Baunatal. Richtig „sein Ding“ sei das aber nie gewesen. Als Ausgleich trieb er Sport. „Zum richtigen Sport“, wie er sagt, kam er aber erst mit fast 50 Jahren. Er lief, schwamm, fuhr Rad und brachte es schließlich zum Vizeeuropameister, WM-Dritten und Ironman.

Bis 1980 studierte Purwin Pharmazie in Marburg. Im April 1984 gründete er seine Apotheke mit zwölf Angestellten, davon drei Apothekerinnen. Apotheker sei er sehr ungern gewesen. Der „Spaß“ habe sich in Grenzen gehalten, so Purwin. Das habe er erst im Beruf realisiert. In die Industrie wollte er nicht, in einer Apotheke angestellt sein auch nicht. Er gewöhnte sich: „Wenn du Erfolg hast, und das Geschäft läuft von Jahr zu Jahr besser, dann ist das natürlich auch befriedigend, dann macht es auch ein bisschen Spaß.“

Wenn er hinter dem HV-Tisch hervor kam, trieb er Sport, spielte etwa Tennis, fuhr Ski und ging joggen. Im Jahr 2000 besuchte er eine Beerdigung: „Viele Gäste waren in meinem Alter, und viele sahen alles andere als toll aus. Man fühlt sich immer gut und merkt nicht, dass es einem nicht ebenso gut geht. Objektiv betrachtet sah ich genauso aus und dachte: 'Du müsstest etwas ändern'.“

Purwin nahm sich vor, ein Vierteljahr später einen Marathon zu laufen; er schaffte die 42,5 Kilometer und lief weiter: „Ich habe gemerkt, dass es mir gut tut.“ Zufrieden stellte ihn die Strecke aber nicht, er suchte nach anderen Herausforderungen, absolvierte etwa Bergläufe. „Aber das war nicht das, was ich wollte. Drei Sportarten habe ich schon immer bewundert: Freeclimbing, Wellenreiten und Triathlon.“ Klettern fiel wegen Höhenangst aus, zum Wellenreiten gab es in Nordhessen nicht die richtigen Voraussetzungen – blieb noch Triathlon. „Ich dachte: 'Verdammt noch mal: Jetzt lerne ich kraulen.'

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