Heilpflanzenportrait

Salbei – Heilung aus dem Mittelalter APOTHEKE ADHOC, 09.10.2019 15:06 Uhr

Berlin - Ab Beginn der Erkältungssaison gewinnt Salbei in der Offizin immer mehr an Bedeutung. Die aromatische Heilpflanze beruhigt gereizte Schleimhäute und wirkt leicht desinfizierend. Was der Salbei sonst noch so kann und wofür er am häufigsten verwendet wird, erklärt dieses Heilpflanzenportrait.

Salbei wird schon seit langem als Heilpflanze gegen Heiserkeit und Halsschmerzen angewendet. Das enthaltene ätherische Öl wirkt leicht antibakteriell und antiviral. Die wirksamen Hauptkomponenten sind Thujon, Cineol und Campher. Darüber hinaus enthalten die Blätter Gerbstoffe, welche adstringierend auf die Mund- und Rachenschleimhaut wirken und diese undurchlässiger für Viren und Bakterien machen. Gleichzeitig wird die gereizte Schleimhaut beruhigt und kleine Verletzungen können schneller heilen.

Salbei kann auf unterschiedliche Arten angewendet werden: Bei gereizten Schleimhäuten und verstopfter Nase kann eine Dampfinhalation Abhilfe schaffen. Die einfachste Art ist hier die Inhalation mit Schüssel und Handtuch: Hierfür werden frische oder getrocknete Blätter in eine Schüssel gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Die Inhalation reinigt die Schleimhäute in den oberen Atemwegen und steigert deren Durchblutung. Hartnäckig festsitzender Schleim in Nase und Bronchien wird verflüssigt und kann leichter abgehustet und ausgeschnäuzt werden. Zur Zubereitung eines Tees wird ein Teelöffel der Droge mit circa 150 ml kochendem Wasser aufgegossen und zugedeckt 5 bis 15 Minuten ziehen gelassen. Je länger der Tee zieht, desto bitterer wird er im Geschmack. Grund sind die enthaltenen Diterpen-Bitterstoffe. Der Tee sollte dreimal täglich vor den Mahlzeiten warm getrunken werden. Abgekühlt kann der Tee über den Tag verteilt zum Gurgeln genutzt werden.

Salbeiöl findet auch in der Aromatherapie Verwendung: In Duftlämpchen oder durch Verneblung über einen Aromadiffuser sorgt man für eine feinere Verteilung mit gleichzeitiger Luftbefeuchtung im Raum. Zusätzlich kann eine Aromamassage mit selbstgemachtem Massageöl die Atemwege befreien und gleichzeitig die vom Husten verspannte Muskulatur lockern. Hierfür werden je nach Hersteller bis zu fünf Tropfen reines Salbeiöl mit 50 ml Mandelöl gemischt werden.

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