Bestelldienste

Whatsapp schmeißt Apotheken raus Tobias Lau, 16.09.2019 09:51 Uhr

Berlin - Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat Whatsapp-Vorbestellungen in der Apotheke fast unmöglich gemacht, aber nur fast: Mehrere Unternehmen versuchen seitdem, mit neuen Angeboten ein Geschäft aus den rechtlichen Einschränkungen zu machen und in Zusammenarbeit mit Whatsapp-Premiumpartnern DSGVO-konforme Kanäle für Apotheken anzubieten. Doch nun hat ausgerechnet Whatsapp selbst den Apothekern den Stecker gezogen: Der Messengerdienst verbietet Apothekenkanäle in Deutschland. Wer als Apotheker weiterhin auf eigene Faust Whatsapp-Dienste anbietet, verstößt damit nicht nur gegen die DSGVO, sondern auch gegen die Handelsrichtlinien der Facebook-Tochter. Das kann zur Löschung des Whatsapp-Accounts führen.

Apotheken müssen immer digitaler werden, gleichzeitig erschwert die Rechtslage Innovationen: Whatsapp hat fast jeder Smartphone-Besitzer und damit ein Großteil der Verbraucher in Deutschland. Naheliegend also, dass Apotheken den Messenger-Dienst für Vorbestellungen und Beratungsleistungen genutzt haben. Doch im März 2018 war es damit vorerst vorbei: Nach DSGVO-Kriterien ist Whatsapp, das Daten nicht nur speichert, sondern auch in die USA – nach EU-Definition unsicheres Drittland – sendet, für sensible Informationen wie Rezepte oder Arzneimittelbestellungen nicht geeignet.

Viele Betriebe wollen solche Serviceleistungen natürlich trotzdem anbieten – DSGVO-konforme Whatsapp-Anwendungen mit Opt-in- und Opt-out-Optionen wurden damit zu einem neuen Geschäftsmodell. Schon ein knappes halbes Jahr nach Inkrafttreten der DSGVO ging mit „Whatsappotheke“ das erste dieser Angebote an den Markt und wurde quasi aus dem Stand Marktführer. Doch dieses Frühjahr kam der Knall: Im März hat Whatsapp verkündet, dass Premium-Partner keine Anwendungen für den Arzneimittelmarkt mehr anbieten dürfen.

Der Hintergrund sind die Handelsrichtlinien des Messengers: Die Facebook-Tochter arbeitet mit sogenannten Premiumpartnern zusammen. Diese können die Whatsapp-Benutzeroberfläche für ihre Bedürfnisse anpassen und dann wiederum Angebote für weitere Geschäftspartner bereitstellen. Dem Facebook-Partnerverzeichnis zufolge gibt es 48 solcher Premiumpartner – weltweit. Der einzige deutsche unter ihnen ist der Dienstleister Messenger People aus München (früher WhatsBroadcast), der eine Whatsapp-Anwendung programmiert hat, die auf die Bedürfnisse der Apotheker zugeschnitten ist. Das Unternehmen HealthcareComm wiederum bietet diese Anwendung als Whatsappotheke an.

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