Beratungstipps

Inhalatoren: So versteht der Kunde es  Eva Bahn, 12.08.2019 14:36 Uhr

Berlin - Wer in der Apotheke arbeitet, kommt häufig in die Situation, Asthmatikern die Anwendung eines Inhalators zu erklären. In den Arztpraxen fehlt zu einer umfassenden Anleitung meistens die Zeit – oder der Patient hat sich nicht alles merken können, was ihm gezeigt wurde. Es gibt verschiedene Systeme, die unterschiedliche Erklärungen für die Kundschaft erfordern. Hier kommen die wichtigsten Tipps zu diesem Thema.

Dosieraerosole, die mit Treibgas befüllt sind, sollten vor der Anwendung kräftig geschüttelt werden. Der Grund dafür ist, dass Wirkstoffe wie Cromoglicinsäure oder Salbutamol suspendiert, Beclometason oder Iprantropiumbromid gelöst in verflüssigtem Treibgas vorliegen. Vor dem Inhalieren sollte tief ausgeatmet und der Sprühstoß kurz nach dem Beginn des Einatmens ausgelöst werden. Danach wird die Luft mindestens fünf Sekunden lang angehalten, bevor ausgeatmet wird. Zwischen zwei Inhalationen sollte mindestens eine Zeitspanne von 30 Sekunden liegen. Die Reinigung des Gerätes von Pulverresten sollte etwa einmal in der Woche durchgeführt werden. Dazu wird das Kunststoffgehäuse von der Dose getrennt. Das Mundstück wird unter fließendem warmen Wasser gesäubert und getrocknet, bevor alles wieder zusammengesetzt werden kann.

Dosieraerosole, die per Atemzug ausgelöst werden, sind einfacher zu handhaben. Die Koordination vom gleichzeitigem Auslösen der Wirkstoffdosis und Einatmen derselben ist nicht für jeden Patienten problemlos auszuüben. Gerade Kinder oder Menschen, die durch verschiedene andere Grunderkrankungen manuell beeinträchtigt sind, haben hier oft Schwierigkeiten. Auch bei dieser Inhalationsart gibt es Wirkstoffsuspensionen, die vor der Inhalation geschüttelt werden müssen. Die Atemzugtechnik wird beim sogenannten Autohaler und beim Easybreathe-System genutzt. Achtung: Der Autohaler hat Luftlöcher an seinem unteren Ende, die beim Inhalieren nicht mit den Fingern oder dem Handballen abgedeckt werden dürfen.

Pulverinhalatoren sind ebenfalls von der Koordination her einfach zu handhaben, allerdings muss ein kräftiger Atemfluss vorhanden sein. Außerdem ist der Träger für den Wirkstoff in den meisten Fällen sehr feuchtigkeitsempfindlich und klumpt schnell. Bereits ein Einatmen in das Gerät kann es daher unbrauchbar machen. Die Reinigung sollte daher, wenn überhaupt notwendig, nur mit einem trockenen Tuch erfolgen. Der Hinweis an den Patienten, nach der Anwendung den Mund auszuspülen, ist hier dringend notwendig – einerseits um Pilzinfektionen vorzubeugen, andererseits um das saure Milieu, das durch das Pulver im Mund hergestellt wird, zu neutralisieren. Wenn Kinder auf einen solchen Inhalator angewiesen sind, empfiehlt es sich, fluoridhaltige Zahnpasten zu verwenden.

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