Verordnungsfehler

Auf das Menthol kommt es an APOTHEKE ADHOC, 23.01.2019 15:12 Uhr

Berlin - Ein ganz normaler Montagmittag in der Apotheke. Die Erkältungswelle ist noch in vollem Gange und die eisige Kälte treibt die Kundschaft in unsere Offizin. Eine Mutter mit ihrem Zwillingswagen steht vor mir und reicht mir einen Stapel Rezepte. Dass der ausstellenden Praxis ein folgenschwerer Fehler unterlaufen ist, merke ich erst, als ich alles einpacke.

Die junge Mutter ist sichtlich gestresst und auch selbst stark erkältet. Im Fokus jedoch stehen ihre Zwillinge, die im Kinderwagen umher turnen. Während sie versucht, die beiden zu bändigen, und ermahnend auf sie einredet, gebe ich die Rezepte in unser System ein. Es handelt sich um die Klassiker aus der Kinderarztpraxis – Fiebersaft, Nasentropfen, Zäpfchen gegen Erbrechen und Hustensaft. Alles im Doppelpack, damit beide Kinder schnell gesund werden. Eine Packung nach der anderen kommt aus dem Kommissionierautomaten gefallen. Hinter der Mutter füllt sich die Offizin weiter.

„Wir haben alles vorrätig, ich hole es ihnen, einen kleinen Moment“, sage ich freundlich. „Gott sei Dank, ich habe nämlich keine Zeit, noch woanders hinzugehen! Der ganze Tag ist total durchgeplant und nun sind die beiden auch noch krank geworden.“ Als ich mit den Packungen zurückkomme, ist sie sichtlich erleichtert. Ich vergleiche noch einmal alles mit den Rezepten und hole mir die Dosieretiketten. „Nein, nein, sie brauchen nichts draufzuschreiben, ich kenne das alles leider schon zu Genüge“, meint sie hektisch.

Also nehme ich mir eine Tüte und verstaue alles. Zweimal Nasenspray, zweimal Fiebersaft, die Zäpfchen gegen Übelkeit und schließlich die große Flasche Hustensaft. Doch in dem Moment stutze ich. Die Flasche kam aus dem Kommissionierautomaten, normalerweise steht der Saft jedoch in der Sichtwahl, damit er immer griffbereit ist. In dem Moment springt mir der Aufdruck „mit Menthol für Erwachsene“ entgegen. Ich zucke kurz zusammen. Das hätte schief gehen können. Zur Sicherheit vergleiche ich noch einmal die PZN mit der auf dem Rezept und tatsächlich – die Praxis hat den falschen Saft verordnet.

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