Mikrobiom

Biomes: Darmflora als Lifestyle Tobias Lau, 08.12.2018 09:21 Uhr

Berlin - Beim Begriff „Lifestyle-Produkt“ denkt wohl kaum jemand an Stuhlproben. Dr. Paul Hammer tut es. Er hat unter anderem Selbstoptimierer und Self-Tracker ins Visier genommen. Sein Angebot: die erste DNA-basierte Darmflora-Analyse für zu Hause. In 500 Apotheken will er mit seinem Unternehmen Biomes bis Ende 2019 präsent sein, fünf sind es bisher. Den Apothekern will er seinen „Intest.pro“ nicht nur mit einer guten Marge schmackhaft machen, sondern vor allem mit der Kundenbindung.

Ob Reizdarm, Allergien oder Übergewicht – viele Gesundheitsprobleme haben ihren Ausgangspunkt höchstwahrscheinlich im Mikrobiom. Rund 80 Prozent aller Immunreaktionen gingen vom Darm aus, erklärt Hammer. Das Thema hat seit einigen Jahren Konjunktur, obwohl – oder gerade weil – es bisher wenig wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse dazu gibt, wie hoch genau die klinische Relevanz von dessen Zusammensetzung ist. Auch Biomes – laut Hammer eine „Kombination aus Biotechnologie und Digital Healthcare“ – verweist mehrfach darauf, dass es sich bei seinem Test nicht um ein Medizinprodukt handelt und die Empfehlungen den ärztlichen Rat nicht ersetzen können.

129 Euro kostet ein Kit in der Apotheke; ein auf den ersten Blick stolzer Preis, für den Hammer aber auch einiges verspricht: „Klassische Stuhlanalysen sind nicht DNA-basiert und können deshalb nur 10 bis 15 Prozent aller Mikroben überhaupt erfassen, unter anderem, weil schon beim Transport der Probe rund 80 Prozent der Bakterien sterben“, erläutert er. „Unsere DNA-Analyse kann nahezu 100 Prozent der rund 1000 verschiedenen Bakterien identifizieren und quantifizieren.“

Dazu müsse man nur nach dem Stuhlgang mit dem Wattestäbchen aus dem Kit das benutzte Toilettenpapier abtupfen – „Weniger ist mehr!“, rät Hammer dabei – und die Probe dann in das beiliegende Gefäß geben, das eine DNA-stabilisierende Lösung enthält. „Nachdem wir die Probe erhalten, trennen wir vor der Analyse zuallererst menschliche und bakterielle DNA. Deshalb sind wir nicht vom Gendiagnostikgesetz betroffen.“ Die bakterielle DNA wird angereichert, in digitale DNA umgewandelt und dann mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung analysiert.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Spezial-Champignons

Warentest: Vitamin-D-Pilze sinnvoll – für einige»

Markenrechtsverletzung

EuGH: Öko-Test vs. Dr. Liebe»

Plattformen

Urteil: Apotheker dürfen über Amazon verkaufen»
Politik

Lobbyismus

Süddeutsche: „Spahn fragt nur die Apotheker“»

Apothekerin dreht Kurzvideos

Persönlichkeit? Nur vor Ort!»

Plan B2

Schmidts Videobotschaft»
Internationales

Apothekenketten

Walgreens und Microsoft gehen gemeinsam auf Datenjagd»

Versorgung in Großbritannien

Brexit: Pharmaverbände befürchten Engpässe»

Schneemassen in Österreich

Apothekendach geräumt: Team atmet auf»
Pharmazie

Impfmüdigkeit

Masern: Lauterbach fordert Impfpflicht»

AMK-Meldung

Amoxibeta muss zurück»

Deoxycholsäure

Nekroserisiko bei Kybella»
Panorama

Medikamenten-Hilfsprojekt

Easy-Apotheke + Kneipe = Obdachlosenhilfe»

Hilfsmittel

Das Inkontinenz-Dilemma»

Immer weniger Kunden

Apothekerin schließt – und wechselt zur Konkurrenz»
Apothekenpraxis

ApoRetrO

ABDA bereitet sich auf harten Bonxit vor»

Hirsch-Apotheke in Xanten wird umgebaut

Der Rowa als Mini-Jobber»

Rx-Boni-Verbot

SPD: Nicht die ABDA entscheidet»
PTA Live

Konkurrenzkampf im Team

Wenn der Kollege zum Feind wird»

PTA Lehrakademie Köln

Tafel statt HV – Dozentin an der PTA Schule»

Faktencheck

Off-Label-Use: Was ist zu beachten?»
Erkältungs-Tipps

Internationale Erkältungstipps

Grappa-Milch und Hot-Toddy: Hausmittel aus fernen Ländern»

Abwehrkräfte

Immunsystem: Der wichtigste Schutzschild»

Nasenschleimhaut

Winter: Stress für die Nase»