Heilpflanzen-Porträt

Allrounder Kamille Cynthia Möthrath, 06.04.2018 12:22 Uhr

Berlin - Die Kamille (Chamomilla recutita, Matricaria recutita) ist eine der ältesten Heilpflanzen, die wir kennen – nicht umsonst wurde sie 1987 als erste Pflanze überhaupt zur Heilpflanze des Jahres ernannt. Ihre sonnenähnliche Blüte wurde schon im Mittelalter bei jeglicher Art von Wehwehchen geschätzt und das ist bis heute so geblieben. Denn sie ist ein wahrer Allrounder. Ob bei Wunden, Erkältungssymptomen oder Magen-Darm-Beschwerden: Die echte Kamille besitzt zahlreiche pharmazeutische Eigenschaften.

Meistens werden nur die Kamillenblüten verwendet, da diese das meiste ätherische Öl enthalten. Laut Deutschem Arzneibuch (DAB) müssen es mindestens vier ml/kg Blüte sein. Neben dem ätherischen Öl enthält sie vor allem den Wirkstoff Alpha-Bisabolol sowie Flavonoide, Gerbstoffe und Cumarine. Bei der Wasserdampfdestillation entsteht aus dem enthaltenen Matricin das typisch blaugefärbte Chamazulen.

Durch die Inhaltsstoffe ergeben sich die klassischen Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Kamille. Sie ist entzündungshemmend, krampflösend und antibakteriell.

Bei Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen kann sie als Spülung oder Gurgellösung angewendet werden. Ebenso eignet sie sich hervorragend bei Zahnfleischbluten, Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder bei Druckstellen durch Prothesen. Hier eignet sich neben der Gurgellösung bei punktuellen Beschwerden auch ein Mundgel, da es besser haftet und betäubend wirkt.

Kamillenkonzentrat oder lose Kamillenblüten eignen sich bei Erkältungen auch gut zum Inhalieren. Sie befreien von Schleim und lindern Entzündungsreaktionen in den Bronchien. Ebenso können Sitzbäder mit Kamille bei Hämorrhoidalleiden oder Genital- und Analbereichsentzündungen lindernd wirken.

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