Repetitorium HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

Vorsicht bei Amiodaron und Atorvastatin APOTHEKE ADHOC, 16.01.2018 14:07 Uhr

Berlin - Statine sind für die Regulierung der Lipidspiegel von großer Bedeutung. Die Wirkstoffe bergen verschiedene Nebenwirkungen und treten mit anderen Wirkstoffen in Wechselwirkung – mit zum Teil schweren Folgen. Vorsicht ist beispielsweise bei der Kombination mit Amiodaron geboten.

Fall: In der Apotheke liegen zwei Rezepte unterschiedlicher Ärzte vor. Verordnet sind Atorvastatin und Amiodaron. Der Lipidsenker wurde nach einer Blutuntersuchung angesetzt und ist dem Kunden noch nicht bekannt.

Analyse: Schnell wird deutlich, dass es sich um eine Kombination handelt, die für den Kunden gefährlich werden kann. Amiodaron kann den Atorvastatin-Spiegel erhöhen und so schwere Muskelschäden – bis zur Rhabdomyolyse, verursachen. Der Grund liegt in der Hemmung des Isoenzyms CYP3A4 durch Amiodaron. Beide Wirkstoffe konkurrieren um das Enzym – denn Atorvastatin wird über das Cytochrom-Enyzmsystem metabolisiert. Wird weniger Statin abgebaut, steigt der Spiegel und Myopathie und Rhabdomyolyse können die Folgen sein.

Amiodaron ist ein Antiarrhythmikum der Klasse III und hemmt den Kaliumausstrom in Phase III des Aktionspotentials im Myokardgewebe – Repolarisationsdauer und Refraktärperiode des Aktionspotentials werden verlängert. Der Wirkstoff ist Mittel der zweiten Wahl bei symptomatischen und behandlungsbedürftigen tachykarden supraventrikulären Herzrhythmusstörungen. Das Arzneimittel muss eingeschlichen werden, bis nach acht bis zehn Tagen die Erhaltungsdosis erreicht ist. Die Tabletten sollen unzerkaut während oder nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werd

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