HIV-Prophylaxe

PrEP: Jetzt purzeln die Preise APOTHEKE ADHOC, 30.11.2017 14:02 Uhr

Berlin - Erst hat Hexal spezielle Blisterkonditionen für die PrEP ausgelobt, jetzt hat Ratiopharm die Preise für Emtricitabin/Tenofovir drastisch gesenkt. Die anderen Hersteller wollen in Kürze nachziehen. Nur wenige Monate nach Patentablauf wird die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) deutlich erschwinglicher werden.

Der Kölner Apotheker Erik Tenberken und die rund 60 Kollegen, die an seinem Projekt teilnehmen, bieten das verblisterte Hexal-Produkt seit einigen Wochen im Rahmen eines Pilotprojekts für 50,05 Euro pro Monatsration an. Inzwischen wurden fast 1500 Rezepte eingelöst.

Ratiopharm zog jetzt nach: Statt 556,33 Euro kostet die 30er-Packung ab Dezember nur noch 69,90 Euro. Eine Packung mit 90 Tabletten wird für 209,70 statt 1639,62 Euro Euro erhältlich sein. Parallel startet die Kampagne „Sex on PrEP“, mit der der Konzern pünktlich zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember auf das Thema aufmerksam machen will.

Die Konkurrenz hat der Konzern aus Ulm überrascht. Hinter vorgehaltener Hand stellt man die Frage, ob Ratiopharm vielleicht zu viel Ware geordert hat und diese jetzt loswerden muss. Fakt ist aber, dass der Preisvorteil in der Generikabranche meist nur von kurzer Dauer ist und dass die anderen Hersteller schnellstmöglich nachziehen werden.

So wollen Aliud und Aristo ihre Preise zum 15. Dezember ebenfalls absenken. Bei Betapharm ist derzeit nichts geplant, Zentiva will sich nicht äußern. Weitere Anbieter sind Hormosan, Mylan und TAD. Der Hersteller aus Cuxhaven plant angeblich ebenfalls ein Blisterprojekt. Ob das nun noch kommt, bleibt abzuwarten.

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