Lieferengpässe

TK: Millionen Defektnachweise einsparen Nadine Tröbitscher, 13.10.2016 08:08 Uhr

München - Die Techniker Krankenkasse (TK) hält trotz massiver Kritik der Apotheker an ihrem Vorschlag fest, Ausfälle ihrer Rabattpartner in die Apotheken-EDV einzuspielen. Dadurch sollten Apotheker entlastet werden, beteuerte Tim Steimle, Fachbereichsleiter Arzneimittel. Melden Hersteller einen Lieferengpass an die Krankenkasse, muss der Apotheker keine Dokumentation mehr führen. Diese Regelung hätte 3,2 Millionen Lieferunfähigkeitsbelege erspart.

Laut Steimle tragen Krankenkassen und Vertragspartner die Verantwortung für eine lückenlose Arzneimittelversorgung. Die Ausschreibungen zu den Rabattverträgen der TK fänden alle zwei Jahre statt, mehr als die Hälfte der Partner bleibe erhalten. Somit kommt es laut Steimle zu wenig Austausch. Die Hersteller wiederum müssten leistungsstark und vorbereitet sein. Hierbei soll die sechsmonatige Vorlaufzeit helfen.

Aber auch die Apotheken sollen mithelfen: Sie sollen Informationen sammeln, um Engpässe zu vermeiden, sagte Steimle bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Lieferengpässe. Derzeit sind nach TK-Informationen 144 Arzneimittel nicht lieferbar.

Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), verwies auf die Einsparungen aus den Rabattverträgen: In diesem Jahr würden etwa 3,6 Milliarden Euro und 2017 rund vier Milliarden Euro eingespart. Rabattverträge funktionierten aber nur, wenn die Arzneimittel auch lieferfähig seien. Fehlten Medikamente, bedeute dies eine Mehrarbeit für die Apotheker, das koste Zeit und Überzeugungsarbeit und lenke von der eigentlichen Aufgabe ab – der Beratung zu Arzneimitteln. Unter Umständen müssten Arzneimittel ausgetauscht werden um die Patientenversorgung zu gewährleisten. Dennoch steht Becker zu den Rabattverträgen.
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