USA-Besuch

Spahn auf Trump-Tour dpa/ APOTHEKE ADHOC, 02.10.2018 09:37 Uhr

Berlin - Was macht ein Gesundheitsminister eigentlich in Washington? Jens Spahn nennt einige Gründe, warum sich eine Reise in die USA für ihn lohnt – von Arzneimittelpreisen bis zu Sicherheitsfragen. Damit landet er sogar völlig unverhofft in Trumps Machtzentrale.

„Diese transatlantischen Beziehungen sind größer als die Frage, was getwittert wird“, befindet Spahn mit Blick auf Trump. Der US-Präsident hat Deutschland mehrfach über den Kurznachrichtendienst Twitter attackiert und der Bundesregierung zu geringe Verteidigungsausgaben, Abhängigkeit von Russland bei der Energieversorgung und Handelsüberschüsse vorgeworfen. Es bleibe aber dabei, dass die USA der wichtigste Partner Deutschlands außerhalb Europas seien, sagte Spahn.

Neben Sicherheitsfragen sind Arzneimittelpreise und -kontrollen seine Hauptthemen in Washington. „In den USA hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass die US-Amerikaner über hohe Arzneimittelpreise die Pharmaforschung mehr oder weniger alleine für die ganze Welt bezahlen und die europäischen Patienten dann davon profitieren. Das ist falsch“, sagte Spahn. Die Wahrheit sei, dass viele Pharma-Firmen mehr für Werbung als für Forschung ausgeben würden. „Zur vernünftigen Preisregulierung können die USA zur Abwechslung mal von uns lernen.“ Trump hatte sich mehrfach über die zu hohen Arzneimittelpreise in den USA beschwert.

Gemeinsam mit den USA will Spahn zudem für schärfere Kontrollen bei Wirkstoffexporten für Arzneimittel aus Indien und China eintreten. „Amerikanische und europäische Zulassungsbehörden sollten dabei besser zusammenarbeiten. Gerade mit Blick auf China wäre das mal ein gemeinsamer Ansatz.“

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