Ein weiterer Tropfen Blut: Diagnose und Therapie

Spüren Reisende während ihres Urlaubs oder nach ihrer Heimkehr aus Risikogebieten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit sowie Muskel- und Gliederschmerzen mit und ohne Durchfälle, sollten sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, um sich auf eine mögliche Malariainfektion untersuchen zu lassen.

Die Diagnose der Infektionskrankheit sollte immer durch einen erfahrenen Arzt durchgeführt werden, der die Diagnostik leicht anhand des „Dicken Tropfens“ vornimmt. Hierfür wird ein Tropfen Kapillarblut oder antikoaguliertes Venenblut auf einen Objektträger aufgetragen, getrocknet, gefärbt und schließlich unter dem Mikroskop ausgewertet [1].

Hat die Blutuntersuchung eine Infektion mit Plasmodien bestätigt, wird anhand der ermittelten Erregerart, der Schwere der Erkrankung, möglicher Begleitmedikation aufgrund von Komorbiditäten und eventuell bereits durchgeführter medikamentöser Malariaprophylaxe das Mittel der Wahl bestimmt [2]. Denn auch eine konsequent durchgeführte Malariaprophylaxe bietet Reisenden keinen garantierten Schutz vor einer Infektion, da zunehmend Resistenzen der Erreger gegen existierende Malariamittel auftreten können [2]. Auch in der Bekämpfung der Mücke entstehen Resistenzen gegen die eingesetzten Insektizide [3].

  • Eine Infektion mit Malaria tropica sollte immer stationär behandelt werden, komplizierte Verläufe benötigen eine intensivmedizinische Überwachung [2][4].

    Grundsätzlich ist die Malaria tropica unter geeigneter und rechtzeitiger Therapie heilbar [5]. Die Antiprotozoika [6], die Medikamente also, die gegen einzellige parasitäre Krankheitserreger wie Plasmodium falciparum eingesetzt werden, müssen allerdings wie mit dem Arzt vereinbart konsequent eingenommen werden, um den Parasiten in seinen beiden Entwicklungsstadien in den menschlichen Blut- und Leberzellen abzutöten.

Quellen

1 Meyer, Christian G.: Tropenmedizin: Infektionskrankheiten, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, ecomed Medizin: Landsberg 2007, S. 207.
2 Robert Koch Institut: Malaria – RKI-Ratgeber für Ärzte.
3 WHO: Fact Sheet World Malaria Report 2015.
4 Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit: Leitlinie und Diagnostik der Therapie mit Malaria, 2015, S. 7f.
5 Internisten im Netz: Malaria – Was ist Malaria?
6 Flexikon DocCheck: Antiprotozoikum.

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