MVDA e. V.
2019-09 MVDA
Pressestatement

MVDA Präsidium zeigt sich über die angepasste Leistungsvergütung empört

Köln -

Heilberufliche Kompetenz wird mit Honorarkürzung bei Schutzmaskenversorgung mit den Füßen getreten.

Apotheken zum reinen Maskenverteiler degradiert


Mit Befremden und Verärgerung nimmt der Marketing Verein Deutscher Apotheker (MVDA e. V.) den Verordnungs-Entwurf zur Veränderung der Corona-Schutzmasken-Verordnung zur Kenntnis, den das Bundesgesundheitsministerium am vergangenen Freitag vorgelegt hat. „Dass jetzt eine Verordnung die andere jagt, ist für die Versorgung der Bevölkerung mit FFP2-Masken nicht eben hilfreich“, so die erste Reaktion des MVDA-Vizepräsidenten Dr. Holger Wicht, verantwortlich für die gesundheitspolitische Arbeit des Vereins.

Besonders ärgerlich für die Apotheken sei die vollkommen neue Bewertung ihrer Leistungen und ihrer Aufgaben. Insbesondere Ende des Jahres haben sich deutschlandweit alle Apotheken massiv dafür eingesetzt, Risikogruppen gezielt zu beraten und sie schnell und flächendeckend mit Masken zu versorgen. „Dass die Apothekerinnen und Apotheker jetzt vom Versorger zum reinen Maskenverteiler degradiert werden, entspräche weder ihrer Ausbildung noch ihrem Versorgungsauftrag. Der Gesundheitsminister scheint der beratenden Kompetenz der pharmazeutischen Heilberufe in der nach wie vor andauernden Pandemie-Krise inzwischen keine große Bedeutung mehr zuzumessen“, so die Analyse von Dr. Wicht.

Zuverlässiger Notnagel: ja – Planungssicherheit: Fehlanzeige

Das Hin und Her weckt böse Erinnerungen an den Eiertanz der Politik bei der Sicherung des einheitlichen Apotheken-Abgabepreises. „Planungssicherheit sehe jedenfalls anders aus. Hat man schon wieder verdrängt oder vergessen, dass Apotheken über Jahre immer der zuverlässige Notnagel der flächendeckenden Gesundheitsversorgung sind, wie beispielsweise beim europaweiten Mangel an Desinfektionsmitteln vor nicht mal einem Jahr oder erst jüngst in der ersten Phase der Maskenvergabe kurz vor Weihnachten?“, fragt Vereinspräsidentin Gabriela Hame-Fischer.

Außerdem ist es schlicht nicht wahr, dass den Apotheken durch Beschaffung, Lagerung, Abgabe und Abrechnung der Schutzmasken ein Erfüllungsaufwand entstehe, der, wie es in der Verordnung heißt, „durch den festgelegten Erstattungspreis abgedeckt“ sei, ergänzt der Vize-Präsident. Allein die in der Verordnung genannte Auflistung der apothekerlichen Pflichten zeige jedem klar rechnenden Freiberufler, dass die administrative Betreuung der Maskendistribution für einen Preis von 3,30 Euro nicht zu machen sei. „Unsere Ausbildung und unsere heilberufliche Kompetenz wird mit diesem Euro-Geschacher mit Füßen getreten“, entrüstet sich Dr. Wicht.

Fatales Signal an den Apotheker*innen-Nachwuchs

Viele Bezugsberechtigte hätten darüber hinaus bislang noch keine Coupons erhalten. Dies zeige, wie träge der Amtsapparat der Krankenkassen arbeitet und wie negativ sich dies auf die Versorgung der vulnerablen Patientengruppen mit FFP2-Masken auswirke. Anstelle einer Neiddebatte über eine vermeintliche Bereicherung der Apotheker wäre die passendere Reaktion gewesen, den Apothekerinnen und Apothekern vor Ort durch politische Verlässlichkeit und Vertragstreue die Wertschätzung entgegen zu bringen, die sie sich in der Pandemiebekämpfung zum Wohle der Bevölkerung erworben haben. So aber entwickelte sich die anfänglich vermittelte Anerkennung jetzt zu einer abschätzigen Mogelpackung.

Die Kürzung eines festgeschriebenen Honorars für eine ohnehin zeitlich begrenzte Leistung sei beispiellos und sorge in der Apothekerschaft für einen massiven Vertrauensverlust in die Verlässlichkeit der Politik. Das Signal, das die Politik damit auch in Richtung zukünftiger pharmazeutischer Fachkräfte aussende, ist fatal und trage sicherlich nicht dazu bei, junge Leute für diesen großartigen und verantwortungsvollen Beruf zu motivieren. Dies sei besonders in einer Zeit bedenklich, in der die großen Probleme nur in einem schnellen und effektiven Miteinander gelöst werden können.

Appell an Jens Spahn

Der MVDA e. V. fordert das Bundesgesundheitsministerium auf, sich schnellstmöglich mit den Apothekerinnen und Apothekern zusammenzusetzen und vernünftige Konzepte zur Versorgung der Bevölkerung mit Schutzmasken zu erarbeiten, in die dann auch die heilberufliche Kompetenz der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten integriert wird. „Wir stehen für einen konstruktiven Dialog zur Verfügung und werden unsere Kontakte nutzen, um einen realitäts- und praxisnahen Blick auf die tatsächliche Leistungsqualität der Apothekerinnen und Apotheker zu schaffen“, betont Dr. Wicht.

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