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Behandlung von Fettleibigkeit 12.08.2019
Behandlung von Fettleibigkeit

Fettleibigkeit

Behandlung von Fettleibigkeit

Dresden -

Ein starkes Übergewicht entwickelt sich in vielen Regionen auf dieser Welt zu einem immer größeren Problem. Dabei ist die Adipositas (Fettleibigkeit) nicht nur für sich genommen ein Problem, sondern zusätzlich werden durch deutliches Übergewicht auch viele weitere Krankheiten leider zusätzlich begünstigt. Von einer sogenannten Fettleibigkeit spricht man übrigens laut Weltgesundheitsorganisation ab einem Body-Mass-Index von mindestens 30. Ein solches Adipositas stellt einen besonderen Risikofaktor für eine ganze Reihe von unterschiedlichen Krankheiten dar. Durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung und deutlich mehr Bewegung lässt sich in vielen Fällen das Gewicht durchaus auch dauerhaft deutlich reduzieren. Ansonsten gibt es im Einzelfall auch die Möglichkeit durch Operationen und Medikamente eine dauerhafte Gewichtsreduzierung zu erreichen.

Was genau ist Adipositas?
Durch die Weltgesundheitsorganisation wird eine vorhandene Adipositas über den Body-Mass-Index (BMI) definiert. Hier gibt es unterschiedliche Einstufungen. Wobei Menschen mit einem BMI von unter 18,5 als untergewichtig gelten. Mit einem BMI zwischen 18,5 und 24,9 gilt man dagegen als normalgewichtig. Liegt das eigene Körpergewicht in diesem Bereich, dann ist eigentlich alles in Ordnung. Als übergewichtig gilt man mit einem Body-Mass-Index im Bereich von 25 und 29,9. Von einer Adipositas Grad 1 spricht man ab einem BMI von 30. Liegt der BMI-Wert sogar oberhalb von 35, dann liegt bereits eine Adipositas Grad 2 vor. Und unter einer extremen Adipositas Grad III leidet man bei einem BMI-Wert von 40 und mehr.

Besonders in den Industrieländern und inzwischen auch in den Schwellenländern nimmt der Anteil der Menschen mit Übergewicht und Adipositas immer weiter zu. In Deutschland hat das Roland-Koch-Institut im Jahr 2011 Zahlen erhoben nach denen etwa 24 Prozent der Frauen und Männer, die älter als 18 Jahre alt sind an Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit leiden. Nicht weniger erschreckend ist, dass laut dieser Studie auch schon bereits 6 Prozent der Kinder im Alter von 3 bis 17 Jahren unter einer Adipositas leiden.

Risikofaktoren und Ursachen
Der Körper bekommt seine benötigte Energie durch Nahrung. Diese Energie wird dann sowohl im Ruhezustand, bei der Verstoffwechselung und natürlich bei jeglicher Art von Anstrengung und Bewegung verbraucht. Eine zu hohe Zufuhr von Energie führt jedoch bei einem niedrigen Verbrauch zu einer Einlagerung von Fett im Körper. Denn der Körper wandelt die eigentlich nicht benötigte Energie in Fett um und speichert diese dann.

Die Gründe für Übergewicht oder auch Adipositas sind in der Regel vielschichtig. Oft handelt es sich zu einem gewissen Maß um eine genetische Veranlagung und vor allem auch um einen ungesunden Lebensstil. Fettleibige Menschen ernähren sich in den meisten Fällen zu kalorien- und fettreich und bewegen sich auf der anderen Seite auch noch viel zu wenig. Ebenfalls zu einer Gewichtszunahme beitragen können Frust oder Stress. Deutlich seltener entsteht eine Adipositas dagegen durch andere Krankheiten oder Medikamente, die aufgrund anderer Krankheiten eingenommen werden müssen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Fettleibigkeit
Wenn man dem Körper weniger Energie zuführt, als dieser eigentlich benötigt, dann geht der Körper an die Reserven und greift auf gespeicherte Kalorien zurück. Dadurch nimmt das Körpergewicht langsam ab. Daher ist bei einer Behandlung einer Adipositas die Reduzierung der Kalorienzufuhr und zusätzliche Bewegung immer ein entscheidender Punkt. Besonders wichtig ist für ein erfolgreiches Abnehmen der eigene Wille und die entsprechende Motivation. Immer beliebter ist in den letzten Jahren hierfür auch das Intervallfasten geworden. Entscheidend ist hierbei aber nicht das kurzfristige schnelle Abnehmen, denn viel wichtiger ist ein langsames und langfristiges Reduzieren von Körperfett. Allerdings gibt es auch schwere Fälle von Fettleibigkeit, bei denen das Einsetzen von Medikamenten oder auch eine Operation sinnvoll sein kann.

Medikamente
Die Ärzte versuchen in den meisten Fällen zunächst mit einer Diät und einer begleitenden Therapie, sowie zusätzlicher Bewegung die Fettleibigkeit zu bekämpfen. Wenn sich diese und andere Maßnahmen jedoch nicht als erfolgreich herausgestellt haben, dann kann ab einem Body-Mass-Index von mehr als 30 auch der Einsatz bestimmter Medikamente eine Möglichkeit darstellen. Eine medikamentöse Behandlung kann aber immer nur unterstützend zu einer Diät und Verhaltenstherapie gesehen werden. Wichtig ist hierbei außerdem, dass eine begleitende Kontrolle durch den Arzt erfolgen muss.

Grundsätzlich gibt es eine Reihe von verschiedenen Medikamenten, die bei einer Adipositas helfen können. Zunächst war der Wirkstoff Orlistat häufig das Mittel der Wahl. Aber inzwischen wird häufig auf eine Kombination der Wirkstoffe Bupropion und Naltrexon gesetzt. Diese Substanzen sind auch im Medikament Mysimba enthalten. Hinter dem gerade genannten Link verbirgt sich eine interessante Seite, die ausführliche Informationen rund um dieses Medikament bereithält. Es handelt sich hierbei übrigens um einen verschreibungspflichtigen Appetitzügler, der fettleibigen Menschen mit einem BMI von mindestens 30 beim Abnehmen helfen kann.

Chirurgische Eingriffe
Ein operativer Eingriff wird in den meisten Fällen nur bei Menschen mit einer schweren Adipositas und einem damit verbundenen BMI von mehr als 40 durchgeführt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf die man bei einer solchen Operation zurückgreifen kann. Dabei geht es in der Regel entweder darum, das Magenvolumen künstlich zu verkleinern oder darum im Dünndarm das Aufnehmen von Nährstoffen zu senken. Möglich ist ebenfalls an beiden Stellen gleichzeitig Veränderungen vorzunehmen. Bei den Patienten kommt es nach der Operation im Normalfall innerhalb von rund zweit Jahren zu einem erheblichen Gewichtsverlust, der im Durchschnitt bei bis zu 50 Kilogramm liegen kann. Allerdings stellt natürlich auch ein solcher operativer Eingriff ein nicht unerhebliches Risiko dar und aus diesem Grund sehen viele Ärzte eine solche Operation als letzten Schritt, wenn alle anderen Versuche das Gewicht bei einer schweren Adipositas nachhaltig zu senken bereits gescheitert sind.

Für den Inhalt ist Thomas Westermann verantwortlich.

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