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Cholesterinsenker

Verdacht auf Krebsfälle unter Vytorin

Désirée Kietzmann, 22. August 2008, 12:22 Uhr

  • Unter Verdacht: Die US-Arzneimittelbehörde FDA untersucht Studienergebnisse, wonach der Cholesterinsenker Vytorin das Risiko für Krebserkrankungen erhöht.Foto: Schering Phlough
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Berlin -

Die amerikanischen Arzneimittelagentur FDA untersucht derzeit, ob die Therapie mit dem Cholesterinsenker Vytorin (Ezetimib, Simvastatin) mit einem erhöhten Auftreten von Krebserkrankungen in Verbindung steht. Vorläufige Ergebnisse der so genannten SEAS-Studie deuteten darauf hin, teilte die Behörde mit. Im Vergleich zu Placebo sei in der Vytorin-Gruppe bei einer hohen Zahl der Probanden während der fünf-jährigen Studie Krebs mit zum Teil tödlichen Ausgang diagnostiziert worden.

Zudem habe die Studie keine Senkung des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse unter der Therapie mit dem Kombinationsarzneimittel der US-Hersteller Merck & Co. und Schering-Plough feststellen können, hieß es. Die FDA rechnet in drei Monaten mit den endgültigen Ergebnissen der Untersuchung. Die abschließende Bewertung durch die Behörde selbst sei daher voraussichtlich erst in einem halben Jahr zu erwarten. Damit zieht sich die Beurteilung des Arzneimittel erneut in die Länge. Anfang des Jahres waren die Hersteller in den Verdacht geraten die Ergebnisse der so genannten ENHANCE-Studie zurückgehalten zu haben.

Parallel dazu veröffentlichten Forscher im „Journal of the American College of Cardiology“ das Ergebnis eine Metaanalyse, wonach Statine das Risiko für Krebs weder erhöhen noch erniedrigen. Die Wissenschaftler hatten 15 randomisierte, kontrollierte Studien ausgewertet. Zwar habe es in einigen Studien eine erhöhte Zahl an Krebsfällen gegeben, im Durchschnitt sei jedoch kein gesteigertes Risiko festzustellen. Frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass Menschen mit niedrigem Spiegel des Low Density Lipoproteins (LDL) im Blut ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Die Forscher wollten deshalb wissen, ob auch ein medikamentös gesenkter LDL-Wert die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Tumorerkrankungen steigert.

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